Bericht

Bericht zum Spiel gegen den BFC, 6. November 2016

Am 6. November 2016 trafen zum Spitzenspiel in der Regionalliga 2016 / 2017 der SV Babelsberg 03 und der Berliner Fußball-Club Dynamo im Karl-Liebknecht-Stadion aufeinander. Die Partie begann aufgrund der Übertragung durch den Rundfunk Berlin-Brandenburg pünktlich um 14:05 Uhr. Aufgrund der sportlichen und politischen Brisanz war ein großes Polizeiaufgebot im Einsatz, das für eine strikte Fan-Trennung sorgen und so Auseinandersetzungen zwischen den Fans verhindern sollte. Wie bereits bei den vorhergehenden Spieltagen gegen den BFC ging das Einsatzkonzept nicht vollständig auf, sondern es kam wie schon vor zwei Jahren bei der Abreise der Berliner Nulldrei- und BFC-Fans zu Auseinandersetzungen.

Insgesamt haben wir mindestens 16 Gruppen der Brandenburger Bereitschaftspolizei gezählt. Diese hatten die Kennzeichnung 1001, 1102, 1111, 1112, 1113, 1121, 1122, 1123, 1131, 1132, 1133, 1212, 1221, 1411, 1412 sowie 1500. Hinzu kommen mehrere Streifen-Polizist*innen. Außerdem waren mehrere sogenannte fan- und szenekundige Beamt*innen sowie Zivil-Polizist*innen der sogenannten „Einsatzgruppe Hooligans“ (EgH) und des Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamt Berlin der Gruppe „Politisch motivierte Kriminalität Links“ vor Ort. Wir gehen deshalb insgesamt von mindestens 150 Beamt*innen beziehungsweise der Anwesenheit sämtlicher Brandenburger Einsatzhundertschaften aus. Deshalb dürfte die Zahl weit höher gewesen sein. Weiterlesen

Bericht zum Spiel bei Hertha BSC II, 30. Oktober 2016

Am Sonntag, dem 30. Oktober 2016, gastierte der SV Babelsberg 03 am 12. Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 im Amateurstadion von Hertha BSC. Die Partie begann um 13:30 Uhr und endete mit 2:2 unentschieden. Der Spieltag selbst verlief für die Fans ruhig und entspannt. Es waren mindesten zwei Halbgruppen der Bereitschaftspolizei im Einsatz, die allerdings bis auf eine Situation bei der Abreise im Hintergrund blieben und sich zurück hielten. Hierbei stellte sich ein* Polizist*, offenbar der Einsatzleiter*, unmittelbar neben die Fans, die ihr Material zusammenlegten und verpackten. Aus welchen Grund diese Beobachtung nötig war, wurde nicht erläutert. Ein derartiges provozierendes und unnötiges Verhalten der Beamt*innen sollte durch die anwesenden Beamt*innen und vor allem durch die Einsatzleitung unterlassen werden.

Bericht zum Spiel gegen Viktoria, 23. Oktober 2016

Am vergangenen Sonntag, am 23. Oktober 2016, war der FC Viktoria 1889 Berlin am 11. Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 zu Gast beim SV Babelsberg 03 im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion. Die Partie begann aufgrund der Fernsehübertragung des Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) um 14:05 Uhr. Das Spiel gewannen die Gastgeber*innen nach einigen wunderbaren Toren mit 4:1. Der Tag verlief ruhig und entspannt. Trotz fehlender Brisanz beziehungsweise Fan-Rivalitäten waren mindestens vier Polizeibusse (Halbgruppenfahrzeuge) der Brandenburger Bereitschaftspolizei inklusive Besatzung im Viertel im Einsatz. Darunter war auch mindestens eine sogenannte Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit (BFE).

Im Stadion selbst konnten wir mindestens sieben Beamt*innen beobachten, welche die Fans überwachten. Sie kamen wenige Minuten nach Anpfiff und standen, wie schon bei den Spielen zuvor, im Block G, im rechten Bereich der Tribüne in Richtung Gästeblock. Wir konnten zwei weitere Beamt*innen mit der Kennzeichnung 1212 und 1213 zählen, die sich im Block D unmittelbar am Eingang zu den Toiletten beziehungsweise zum stationären Überwachungsraum aufhielten. Aufgrund der verschiedenen Kennzeichnung gehen wir davon aus, dass mindestens zwei Halbgruppen im Stadion waren.

Der Einsatz von Beamt*innen einer BFE empfinden wir als unnötig und angesichts der Öffentlichkeitsfahndung der Brandenburger Polizei (siehe nur03* Mitteilung vom 14. Oktober 2016) vermeintlich nach einem schwerverletzten Nulldrei-Fan als ausgesprochen ärgerlich. So entsteht der Eindruck, dass, wie bereits vermutet, keineswegs nach Informationen für Ermittlungen gegen Gewalttäter*innen in Uniform gesucht wird, sondern vielmehr die Fans selbst, die Opfer eines Gewaltverbrechens durch Beamt*innen wurden, Fahndungsobjekte sind. Wir appellieren an die Polizei dafür zu sorgen, dass ein derartiger Eindruck durch die Abwesenheit von BFE vermieden wird. Stattdessen erwarten wir endlich Konsequenzen für die polizeilichen Gewalttäter*innen im Besonderen und ein Umdenken der Polizei im Umgang mit Fans im Allgemeinen.

Bericht zum Spiel beim Berliner AK, 16. Oktober 2016

Am vergangenen Sonntag, am 16. Oktober 2016, spielte der SV Babelsberg 03 auswärts beim Berliner Athletik Klub im Moabiter Poststadion. Die Partie am 10. Spieltag der Regionalliga-Saison 2016 / 2017 begann um circa 13:30 Uhr und endete mit 0:2 aus Sicht von Nulldrei. Insgesamt konnten wir vier Halbgruppen der Berliner Bereitschaftspolizei zählen, wobei zwei den Eingang zum Gästeblock überwachten (Kennzeichnung 36…) und zwei weitere im Bereich zwischen Gästeblock und Heim-Tribüne standen. Darüber hinaus waren einige Ordner*innen des SVB sowie des gastgebenden Vereins im Einsatz.

Der Spieltag verlief weitestgehend entspannt und ruhig. Uns wurde lediglich von der Überprüfung von umklebten Schlagzeugsticks nach Pyro-Technik berichtet, wofür offenbar die Anschläge rund um die Feierlichkeiten zum 3. Oktober in Dresden zur Rechtfertigung herhalten mussten. Die Verknüpfung von politischen Anschlägen, die sich einerseits gegen Muslime und andererseits gegen die Einheitsfeierlichkeiten richteten, mit Fußball im Allgemeinen und Fankultur im Besonderen ist nicht nur erschreckend, sondern zeugt auch von undifferenziertem Umgang mit Fans, die offenbar durch einige Beamt*innen in die Nähe von Terrorist*innen gerückt werden.

Neben den kruden Rechtfertigungen der Polizei zur Prüfung von Schlagzeugsticks wurde uns von eventuell übermotivierten Ordner*innen berichtet, die unter anderem auch ein sehr junges Kind abtasten wollten. Diesbezüglich hat sich der gastgebende Verein im Nachhinein aber bei den Betroffenen entschuldigt, was wir an dieser Stelle nicht unterschlagen wollen. Die Versorgung und die sanitäre Situation im Gästeblock war im Übrigen in Ordnung.

Bericht zum Spiel gegen Luckenwalde, 7. Oktober 2016

Am 7. Oktober 2016 spielte der SV Babelsberg 03 im Landespokal-Achtelfinale zu Hause gegen den FSV 63 Luckenwalde, also den Finalgegner aus der vergangenen Saison. Dieses Spiel, das am 28. Mai 2016 stattfand, ist bei vielen Fans aufgrund der exzessiven Polizeigewalt weiterhin leider zu gut in Erinnerung. Deshalb erinnerten die Fans mit einer Demonstration an die Ereignisse. Das Achtelfinale selbst wurde um 19 Uhr angepfiffen und endete nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen mit 3:5 für die Gäste. Damit flog der SVB aus dem Pokal. Der Spieltag verlief insgesamt ruhig. Polizeiliche Maßnahmen beschränkten sich auf die Überwachung der Fans während der Demonstration und im Stadion.

Rund um den Spieltag waren weit über 100 Beamt*innen im Einsatz. Wir konnten bis zu 20 Einsatzfahrzeuge zählen. Für ein Spiel, bei dem nur wenige Gäste-Fans zu erwarten waren, es keine Rivalität gibt und das Eskalationspotenzial sich in Grenzen hielt, ist dieses hohe Polizeiaufgebot nicht nachvollziehbar und vor allem unnötig. Insbesondere nach den Ereignissen in Luckenwalde, die von einem Redner* auf der Demonstration als „Schande von Luckenwalde“ bezeichnet wurden, hätten wir uns mehr Sensibilität der Behörden und weniger Polizeipräsenz erhofft. Aber, wie auch bezüglich der fehlenden Aufarbeitung und Übernahme der Verantwortung durch die Polizei und Politik sowie den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) und die Vereine, wurden die Fans auch hierbei erneut enttäuscht. Weiterlesen

Bericht zum Schönberg Heim-Spiel, 30. September 2016

Zum 9. Spieltag in der Regionalligasaison 2016 / 2017 gastierte der FC Schönberg 95 am 30. September 2016 im Karl-Liebknecht-Stadion beim SV Babelsberg 03. Die Partie begann um 19 Uhr und endete nach einer zähen Partie unentschieden 0:0. Die Polizei war am Spieltag mit einer Halbgruppe im Einsatz, die erneut wenige Minuten nach Anpfiff ins Stadion kam und im Block G stand. Besondere Vorkommnisse gibt es nicht zu berichten.

Bericht zum Spiel in Neustrelitz, 23. September 2016

Der SV Babelsberg 03 gastierte am 23. September 2016 zum 8. Spieltag in der Regionalligasaison 2016 / 2017 im Parkstadion des TSG Neustrelitz. Die Partie begann um 19 Uhr und endete mit 5:3 aus Sicht von Nulldrei. Die Überwachung der Fans durch die Polizei beschränkte sich auf eine Halbgruppe beziehungsweise die Besatzung eines Polizeibusses, die weder behelmt noch vermummt sondern lediglich in Uniform und Mütze die Fans vom Bahnhof zum Stadion und zurück begleiteten. Erwähnt werden muss, dass es nach Spielende zu Provokationen durch die Heimfans sowohl am Stadion als auch am Bahnhof kam. Deshalb wurde die Überwachung der Gästefans erhöht und es kam zu mehreren, wenige Minuten dauernden Ingewahrsamnahmen. Loben möchten wir an dieser Stelle die sanitäre Situation im Parkstadion. Für die Gästefans stand ein neues Toilettenhäuschen zur Verfügung, was, wie wir vom Friesenstadion des FSV Union Fürstenwalde wissen, leider nicht selbstverständlich ist. Die Versorgung war in Ordnung.

Bericht zum Spiel gegen Leipzig II, 19. September 2016

Am 19. September 2016 spielte der SV Babelsberg 03 zu Hause gegen das zweite Team von RB Leipzig. Die Partie am 7. Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 begann circa 19 Uhr und endete nach einem ärgerlichen Ausgleichstreffer durch die Gäste in der Nachspielzeit unentschieden 1:1. Zur Überwachung der Heim- und wenigen Gäste-Fans war eine 8-köpfige Halbgruppe im Stadion, die wenige Minuten nach Abpfiff eintraf und, wie auch sonst üblich, im Block G stand. Außerdem führten die Beamten eine mobile Kamera mit sich. Ungewöhnlich und auffällig war, dass die Beamt*innen zumindest während der ersten Hälfte offenbar durch ein Fernglas die Nulldrei-Fans in der Nordkurve beobachteten.

Bericht zum Spiel in Fürstenwalde, 11. September 2016

Am 11. September 2016 spielte der SV Babelsberg 03 auswärts beim FSV Union Fürstenwalde im Friesenstadion, wobei diese Bezeichnung für den Sportplatz des gastgebenden Vereins als offenbar bewusste Irreführung bezeichnet werden muss. Die Regionalligapartie am 6. Spieltag der Saison 2016 / 2017 endete mit 1:1 unentschieden.

Die Überwachung durch die Besatzung von zwei sogenannten Halbgruppenfahrzeugen der Polizei vom Stadion und zurück war zurückhaltend. Einschränkungen fanden nicht statt. Das Verhalten des gastgebenden Vereins gegenüber den Fans muss dagegen als respektlos und menschenunwürdig bezeichnet werden. Denn sowohl die sanitäre Situation als auch die Versorgung waren mangelhaft. Hinzu kommt, dass der Ticketpreis von 10 Euro ohne jede Ermäßigung zumindest für Gästefans für den besseren Sportplatz völlig überteuert ist. Aber kommen wir zu den einzelnen Punkten. Weiterlesen

Bericht zum Spiel gegen Lok Leipzig, 27. August 2016

Am gestrigen Sonnabend, dem 27. August 2016, war der 1. FC Lokomotive Leipzig am 5. Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 zu Gast beim SV Babelsberg 03 im Karl-Liebknecht-Stadion. Die Gastgeber*innen gewannen hochverdient mit 2:0 und schickten Lok mit der ersten Niederlage nach 40 Spielen nach Hause. Aufgrund der Brisanz des Spiels und der Vorkommnisse vor drei Jahren war die Polizei mit mindestens 100 Brandenburger, darunter mindestens eine Beweis- und Festnahme-Einheit (BFE) der Halbgruppe 1132 und, wie uns berichtet wurde, offenbar auch mit einigen sächsischen Beamt*innen im Einsatz. Da die aktive Fanszene von Lok aufgrund einer restriktiven Regelung des Ticketverkaufs des Gästekarten-Kontingents das Spiel in Babelsberg boykottierte, hielten sich nur etwa 100 Lok-Fans im Gästeblock und ungefähr 30 davor auf.

Insgesamt verlief der Spieltag erfreulich ruhig und entspannt. Bis auf die präventiven Maßnahmen zur Fantrennung im Kiez durch die Polizei und im Stadion durch den Ordnungsdienst des SVB haben wir keine weiteren Maßnahmen der Polizei beobachtet und es wurden uns auch keine berichtet. Erwähnt werden muss aber, dass sich vier Halbgruppen, also circa 20 Beamt*innen, der Brandenburger Bereitschaftspolizei in der ersten Hälfte des Spiels am Eingang zur Gegengrade sowie zwischen Tribüne und dem Block O befanden. Diese Maßnahme empfinden wir, genauso wie die Postierung von Beamt*innen auf der Tribüne, als völlig unnötig. Auch die Platzierung der Kameraüberwachung des Gästeblocks durch einen ausfahrbaren Kameraturm sollte überdacht und, wenn möglich, auf eine Position außerhalb des Stadions verschoben werden. Weiterlesen