Bericht zum Spiel in Fürstenwalde, 11. September 2016

Am 11. September 2016 spielte der SV Babelsberg 03 auswärts beim FSV Union Fürstenwalde im Friesenstadion, wobei diese Bezeichnung für den Sportplatz des gastgebenden Vereins als offenbar bewusste Irreführung bezeichnet werden muss. Die Regionalligapartie am 6. Spieltag der Saison 2016 / 2017 endete mit 1:1 unentschieden.

Die Überwachung durch die Besatzung von zwei sogenannten Halbgruppenfahrzeugen der Polizei vom Stadion und zurück war zurückhaltend. Einschränkungen fanden nicht statt. Das Verhalten des gastgebenden Vereins gegenüber den Fans muss dagegen als respektlos und menschenunwürdig bezeichnet werden. Denn sowohl die sanitäre Situation als auch die Versorgung waren mangelhaft. Hinzu kommt, dass der Ticketpreis von 10 Euro ohne jede Ermäßigung zumindest für Gästefans für den besseren Sportplatz völlig überteuert ist. Aber kommen wir zu den einzelnen Punkten.

Das Friesenstadion des FSV Union Fürstenwalde hat keine Gäste-Toiletten. Beim Spiel gegen den SVB befanden die Verantwortlichen des gastgebenden Vereins es offensichtlich für unnötig, den Gästefans Toiletten zur Verfügung zu stellen. Nicht einmal mobile sogenannte Dixie-Klos waren vorhanden. Die Fans wurden gezwungen ihre Notdurft entweder im angrenzenden Wald oder im Gästebereich zu verrichten. Erwähnt werden muss hierbei allerdings, dass nach Verlassen des „Stadions“ (in den Wald) erneut eine Kontrolle durch den Ordnungsdienst stattfand sowie das Verlassen des Gästebereichs durch die vom gastgebenden Vereins forcierte Einstufung als zu beobachtendes Spiel aufgrund der damit verbundenen strikten Fan-Trennung erschwert wurde.

Die Versorgung war ebenfalls mangelhaft. Trotz spätsommerlicher Hitze durften die Fans keine kleinen Weichplastik-Flaschen mit Wasser ins Stadion mitnehmen. Diese restriktive Regelung ist auch deshalb unverständlich, da sich lediglich ein Catering-Stand im Gästebereich befand, bei dem bereits zur Halbzeitpause das Wasser ausverkauft war. Außerdem sträubte sich der Verein zunächst für Ersatz zu sorgen und die Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten. Nach Diskussion konnte wenigstens durchgesetzt werden, dass ein Wasserhahn zur allgemeinen Nutzung geöffnet wurde.

Die Situation und das Verhalten ist der Tiefpunkt im Umgang mit Gästefans. Zusammengefasst müssen wir deshalb feststellen, dass die Lizenz zur Austragung von Spielen in der Regionalliga dem FSV Union Fürstenwalde bis auf Weiteres aufgrund des vorgefundenen sanitären Situation beziehungsweise der mangelhaften Versorgung entzogen werden sollte. Wir appellieren deshalb an den Nord-Ostdeutschen-Fußball-Verband (NOFV) die Lizenzierung zu überprüfen und Auflagen zu erteilen. Denn ein solches respektloses und menschenunwürdiges Verhalten gegenüber Gäste-Fans sollte nicht nur in Luckenwalde sanktioniert werden.