Bericht zum Spiel gegen Luckenwalde, 7. Oktober 2016

Am 7. Oktober 2016 spielte der SV Babelsberg 03 im Landespokal-Achtelfinale zu Hause gegen den FSV 63 Luckenwalde, also den Finalgegner aus der vergangenen Saison. Dieses Spiel, das am 28. Mai 2016 stattfand, ist bei vielen Fans aufgrund der exzessiven Polizeigewalt weiterhin leider zu gut in Erinnerung. Deshalb erinnerten die Fans mit einer Demonstration an die Ereignisse. Das Achtelfinale selbst wurde um 19 Uhr angepfiffen und endete nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen mit 3:5 für die Gäste. Damit flog der SVB aus dem Pokal. Der Spieltag verlief insgesamt ruhig. Polizeiliche Maßnahmen beschränkten sich auf die Überwachung der Fans während der Demonstration und im Stadion.

Rund um den Spieltag waren weit über 100 Beamt*innen im Einsatz. Wir konnten bis zu 20 Einsatzfahrzeuge zählen. Für ein Spiel, bei dem nur wenige Gäste-Fans zu erwarten waren, es keine Rivalität gibt und das Eskalationspotenzial sich in Grenzen hielt, ist dieses hohe Polizeiaufgebot nicht nachvollziehbar und vor allem unnötig. Insbesondere nach den Ereignissen in Luckenwalde, die von einem Redner* auf der Demonstration als „Schande von Luckenwalde“ bezeichnet wurden, hätten wir uns mehr Sensibilität der Behörden und weniger Polizeipräsenz erhofft. Aber, wie auch bezüglich der fehlenden Aufarbeitung und Übernahme der Verantwortung durch die Polizei und Politik sowie den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) und die Vereine, wurden die Fans auch hierbei erneut enttäuscht.

An der Demonstration unter dem Motto „Luckenwalde 28. Mai 2016 – Nichts ist vergessen“, die circa 17:15 Uhr am Lutherplatz startete, beteiligten sich bis zu 150 Menschen. Die Polizei war schon lange, bevor die Teilnehmer*innen kamen, mit einem Großaufgebot rund um den Bahnhof Babelsberg vor Ort. Die Demonstration selbst wurde von einem (zivilen) Fahrzeug vor der Demo, aus der offenbar gefilmt wurde, und mehreren sogenannten Halbgruppenfahrzeugen begleitet. Insgesamt haben wir acht Busse gezählt. Nach Ende der Demo wurden die Beamt*innen abgezogen.

Während des Spiels befanden sich jeweils zwei Halbgruppen im Block G, auf der linken Seite der Tribüne, und im Block K, links neben dem Gästeblock. Das heißt, dass im Stadion ungefähr 30 Beamt*innen sowie eine mobile Kamera zur Überwachung der Fans im Einsatz waren. Erwähnenswert ist, dass am Zaun des Block K das Front-Transparent der Demonstration mit der Aufschrift „Nichts ist vergessen!!! Luckenwalde 28.05.2016“ von den Fans angebracht wurde.