Stellungnahme zur Erklärung der Polizeidirektion West

Rund um das Viertelfinale im Landespokal des Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) zwischen dem FSV Optik Rathenow und dem SV Babelsberg 03 am 11. November 2017 im Stadion Vogelsang waren circa 10 sogenannte Halbgruppenfahrzeuge der Bereitschaftspolizei, ein LKW der Polizei sowie ein Minibus der Beamt*innen in Zivil im Einsatz. Somit überwachten mindestens 60 Bereitschaftspolizist*innen den Spieltag. Darüber hinaus haben wir mindestens vier zivile Beamt*innen gezählt. Dass sich die Polizei Brandenburg zu diesem Einsatz gegenüber dem Sportbuzzer der Märkischen Allgemeinen Zeitung äußert, freut uns. Dennoch müssen wir einige Punkte klarstellen, die unvollständig dargestellt werden und somit von der Polizeidirektion West einseitig verbreitet wurden. Weiterlesen

Es reicht! Lischewski raus!

Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) im Allgemeinen und das Prasidiumsmitglied Jürgen Lischewski im Besonderen haben erneut bewiesen, dass ihnen engagierte Vereine wie der SV Babelsberg 03, aktive Fans wie jene in der Nordkurve Babelsberg und selbst die eigenen Regularien der Sportgerichtsbarkeit scheiß egal sind. Schlimmer noch, offenbar hat sich der NOFV vorgenommen, den SVB empfindlich zu schädigen. Letztes Beispiel ist das Ahnden der Tatsachenbehauptung „Nazischweine raus“ den Cottbusser Gästeanhang beim Spiel im Karl-Liebknecht-Stadion betreffend und das gleichzeitige Ignorieren volksverhetzender, diskriminierender und menschenfeindlicher Äußerungen eben dieser Gäste.

Die Weigerung, eigene Fehler einzugestehen und ein fatales Zeichen in Richtung Neonazis in der Blöcken zu senden, ist erschreckend. Spätestens jetzt sollte all denjenigen klar sein, die sich so heftig über Pyrotechnik und der damit einhergehenden Spielunterbrechung echauffiert haben, dass es NICHT die aktiven Fans aus der Nordkurve sind, die Nulldrei beschädigen und vermeintlich an den Rand der Existenz stoßen, sondern der undemokratische, das Recht beugende, willkürlich handelnde und bürokratisch verbockte NOFV im Allgemeinen und Jürgen Lischewski im Besonderen. Damit gefährden die Sportfunktionär*innen – bewusst oder unbewusst ist eigentlich egal – das zivilgesellschaftliche Engagement und eine klare Positionierung der Vereine gegen Diskriminierung. Außerdem bekämpfen sie eine aktive, enthusiastische und euphorische Fankultur.

Für einen verantwortungsbewussten und gerechten NOFV!
Mehr Unterstützung für engagierte Vereine!
Klare Kante gegen Diskriminierung!

Mehr Infos zum aktuellen Fall gibt es bei den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

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Wir haben die Faxen dicke!

Wir möchten an dieser Stelle darüber informieren, dass nur03* nicht zum Auswärtsspiel nach Luckenwalde fährt.

Der Gästeblock des Werner-Seelenbinder-Stadions steht für uns in erster Linie für exzessive Polizeigewalt. Wir erinnern uns noch viel zu gut an die Szenen, als ein ganzer Block mit Reizgas unbetretbar gemacht wurde, als teilweise vermummte und ungekennzeichnete Polizist*innen auf feiernde Fans einprügelte sowie beim letzten Spiel in großer Zahl im Block stand. Wir können nicht vergessen, dass vom FSV 63 Luckenwalde bis heute kein Wort der Entschuldigung oder der Anteilnahme an die Betroffenen zu hören war.

Deshalb ist es für uns schlicht unerträglich und gefährlich nach Luckenwalde zu fahren. Wir werden auf der gemeinamen Fanfeier im Karl-Liebknecht-Stadion sein!

Wir dokumentieren an dieser Stelle den Flyer und die Erklärung. Weiterlesen

Kurzbericht zur Veranstaltung „Traumatisierung von Fußballfans “ am 31. Mai 2017

Wir dokumentieren an dieser Stelle den Artikel “Es wird wieder passieren, aber wir können uns darauf vorbereiten – Zur Veranstaltung „Traumatisierung von Fußballfans “ am 31. Mai 2017″, der in der Ausgabe 247 des Fan-Zine “Ultra Unfug” der Nordkurve Babelsberg zum Auftakt der Regionalligasaison gegen Hertha BSC II veröffentlicht wurde. Einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung und zu durch die Anwesenden formulierten Forderungen, kann hier nachgelesen werden.

Platzsturm, zerlegte Züge, Pyro-Attacken – martialische Sprache über gewalttätige Aus- und Überfälle von „sogenannten Fußballfans“ hören und lesen wir tagtäglich. Selten ist eine derartige Dramatik jedoch zu finden, wenn Fans Gewalt erleiden – sei es von Seiten anderer Stadionbesucher*innen oder der vermeintlichen Sicherheitskräfte. Derartige Vorfälle gibt es aber genauso an jedem Fußballwochenende in Deutschland. Trauriger Höhepunkt der jüngsten Relegationsspiele: der Polizeieinsatz gegen Braunschweig-Fans in Wolfsburg, bei dem mehrere Personen unter anderem Knochenbrüche davontrugen und ein Rollstuhlfahrer vom Wasserwerfer der niedersächsischen Polizei umgeschossen wurde.

Ein besonders gewalttätiges Vorgehen der Polizei haben vor einem guten Jahr auch Babelsberg-Fans beim Pokalsieg in Luckenwalde erleben müssen. Dies hatte für Einzelne krasse Folgen, was die Polizei, der FSV Luckenwalde und der Fußballlandesverband offensichtlich noch immer nicht wahrhaben wollen. Anders der SV Babelsberg 03 – Verein, Fanprojekt, Fanbeirat und die Initiative nur03* organisierten daher gemeinsam die Veranstaltung „Traumatisierung von Fußballfans“. Bei der Diskussion im VIP-Raum des Karl-Liebknecht-Stadions am 31. Mai ging es nicht nur darum, an den folgenschweren und verfehlten Polizeieinsatz zu erinnern. Ziel war es auch dafür zu sensibilisieren, welche Folgen solche Erfahrungen für Fans haben, wie Fanszenen Vorfällen dieser Art vorbeugen können und welche Wege es gibt, damit umzugehen, wenn es wieder passiert – davon sei leider auszugehen, so die einhellige Meinung der Referent*Innen und ca. 40 Zuhörer*innen. Weiterlesen

Zur Veröffentlichung des Berichts zur Veranstaltung „Traumatisierung von Fußballfans“ am 31. Mai 2017

Hiermit möchten wir auf die Veröffentlichung eines ausführlichen Berichtes zur Veranstaltung „Traumatisierung von Fußballfans“ hinweisen, zu welcher der SV Babelsberg 03, der Fanbeirat und das Fanprojekt Babelsberg auf Initiative von nur03* gemeinsam einluden. Der ausführliche Bericht kann hier online gelesen. Ein Kurzbericht ist hier zu finden. Das pdf-Dokument des Berichts kann hier heruntergeladen werden.

Zur Veranstaltung am 31. Mai 2017 kamen circa 40 interessierte Zuhörer*innen. Die Einführung in das Thema Trauma beziehungsweise Traumatisierung übernahm der Potsdamer Psychologe Germar Wochatz, der auch am Therapeuticum Potsdam aktiv ist. Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) betonte die zunehmende Relevanz des Themas für Fußballfans und lobte in diesem Zusammenhang die beispiellose Arbeit des Fanprojekts, des Fanbeirats und auch der Nulldrei-Fans. Der Sozialarbeiter Bastian Schlinck, der bis vor kurzem für das Fanprojekt tätig war, erläuterte, wie die Aufarbeitung begann und ablief. Die Veranstaltung endete mit einer fruchtbaren Diskussion der Anwesenden und Expert*innen.

Im Laufe des Abends wurden außerdem durch die Anwesenden Forderungen formuliert, die wir an dieser Stelle dokumentieren und ergänzen möchten. Weiterlesen

Bericht zum Spiel gegen Hertha BSC II, 30. Juli 2017

Am Sonntag, den 30. Juli 2017, startete der SV Babelsberg 03 gegen Hertha BSC II vor heimischem Publikum in die neue Regionalligasaison 2017 / 2018. Die Partie begann pünktlich um 13:30 Uhr und endete nach circa 93 Minuten mit 2:1 für Nulldrei. Damit konnten die anwesenden SVB-Fans bei sonnigem Wetter und einer ansehnlichen Leistung des Teams einen Einstand nach Maß feiern. Da die Sicherheitskräfte auch im Stadion weitestgehend unsichtbar blieben, können wir zum ersten Spieltag eine positive Bilanz ziehen. Wir haben lediglich ein Fahrzeug der Bereitschaftspolizei sowie einen Streifenwagen der örtlichen Polizei zählen können. Warum zu diesem Spiel unnötigerweise zivile, sogenannte fankundige Beamt*innen (FKB) der Bundespolizei die Anreise der Heim- und Gästeanhänger*innen überwachte, hat sich uns nicht erschlossen.

Traumatisierung von Fussballfans, 31. Mai 2017

traumatisierung-fussballfans-31-05-2017

Vor ungefähr einem Jahr, am 28. Mai 2016, spielte der SV Babelsberg 03 im Brandenburger Pokalfinale gegen den FSV 63 Luckenwalde. Hunderte Fans begleiteten ihr Team ins Werner-Seelenbinder-Stadion und unterstützen sie frenetisch. Nulldrei siegte und zog in die erste Runde des DFB-Pokal ein. Danach gab es kein Halten mehr. Das Team und die Fans wollten gemeinsam feiern. Dazu kam es allerdings nicht. Denn Beamte der Brandenburger Bereitschaftspolizei sowie Bundespolizisten beendeten die Feier durch den großflächigen Einsatz von Reizgas, sodass mindestens 150 Babelsberg-Fans teilweise schwer verletzt und mehrere Hundert traumatisiert wurden. Aus diesem Grund haben wir, der Fanbeirat, das Fanprojekt und der SV Babelsberg 03 uns entschieden, auf Initiative des Netzwerk repressionsbetroffener Nulldreier*innen (nur03*) am Mittwoch, dem 31. Mai 2017, eine Veranstaltung zum Thema „Traumatisierung von Fußballfans“ zu organisieren. Weiterlesen

Bericht zum Spiel gegen Auerbach, 20. Mai 2017

Am Samstag, dem 20. Mai 2017, war der VfB Auerbach zum letzten Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 zu Gast beim SV Babelsberg 03 im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion. Nulldrei gewann mit 4:0 und sicherte sich den 5. Platz in der Tabelle. Insgesamt verlief der Spieltag ruhig und entspannt. Wir konnten bis auf Streifenwagen inklusive der Besatzung keine Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei beobachten. Erwähnenswerte Geschehnisse gibt es ebenfalls nicht zu vermelden. So wünschen wir uns jeden Spieltag.

Bericht zum Spiel in Luckenwalde, 14. Mai 2017

Am 14. Mai 2017 spielte der SV Babelsberg 03 am 33. Spieltag auswärts beim FSV 63 Luckenwalde und gewann mit 4:1. Da die Partie in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Jahrestag der „Schande von Luckenwalde“ stattfand, waren bereits die Tage vor dem Spiel angespannt. Insbesondere die Entscheidung des gastgebenden Vereins zu unnötigen Verboten von Material und der Einstufung als sicherheitsbedrohtes Spiel sowie dem angekündigten massiven Polizeiaufgebot, das von derselben Einsatzleitung geführt werden sollte, die bereits im vergangenen Jahr für Chaos, Kommunikationsschwierigkeiten und einen Angriff auf feiernde Nulldrei-Fans verantwortlich war, sorgte für Unverständnis und Unruhe. Lest hierzu den Offenen Brief des Fanbeirat an den FSV 63 Luckenwalde. Hinzu kommt die fortgesetzte Verweigerung zur deeskalierenden Zusammenarbeit mit dem SVB, dem Fanprojekt und den Fan-Gremien, die Schlimmes erahnen ließ. Leider wurden die Befürchtungen am Spieltag selbst noch übertroffen, sodass dieser Spieltag (nicht nur aufgrund des Wetters) neben der Vorkommnisse am 28. Mai 2016 selbst als Höhepunkt der Frechheit und Respektlosigkeit gegenüber Nulldrei-Fans bezeichnet werden muss. Weiterlesen

28. Mai 2016 – Nichts ist vergessen!

Der Spieltag am kommenden Sonntag ist für viele Nulldrei-Fans und auch Verantwortliche beim SV Babelsberg 03 kein ganz normaler Spieltag. Fast ein Jahr nach dem Angriff der Brandenburger Bereitschaftspolizei auf feiernde SVB Fans mit mehr als 150 teilweise schwerverletzten Betroffenen und mehreren hundert Traumatisierten kann dies kein normaler Spieltag sein.

Denn die Ereignisse sind weiterhin nicht vollständig aufgearbeitet. Konsequenzen für die Gewalttäter*innen in Uniform sind nicht in Sicht. Die Gewaltverbrecher*innen ohne Kennzeichnung bleiben ebenfalls weitestgehend unbehelligt. Eine Initiative zur Einrichtung einer unabhängigen Polizeibeschwerde-Stelle im Landtag Brandenburg verläuft im Sande. Änderungen im Umgang mit Fußballfans durch die Polizei Brandenburg sind nicht erkennbar. Und, als ob es am 28. Mai 2016 in Luckenwalde keinen sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) gab, behauptet die Polizei weiterhin, dass es lediglich 36 Verletzte gegeben haben soll.

Wir, die wir da waren, die Betroffenen, die anwesenden Medienvertreter*innen und selbst Sven Petke wissen, dass das nicht stimmen kann. Wir wissen, dass auch fast ein Jahr nach der sogenannten “Schande von Luckenwalde” durch die Behörden die Ereignisse fortgesetzt verharmlost, die Ermittlungen gegen Beamt*innen verschleppt sowie dementsprechend, als wäre alles ganz normal, auch der folgende Spieltag am 14. Mai 2017 nach dem üblichen Einsatzkonzept ablaufen soll. Dieses Verhalten der Polizei, aber auch des gastgebenden FSV 63 Luckenwalde empfinden wir als Respektlosigkeit oder zumindest als unsensibles Verhalten gegenüber den Betroffenen und den Nulldrei-Fans.

Wir sehen eine hohe Gefahr für Re-Traumatisierungen. Insbesondere die Anwesenheit von Bereitschaftspolizist*innen könnte ein Auslöser dafür sein. Das eskalative Auftreten mit Helmen und Handschuhen sollte deshalb unterbleiben. Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass die Halbgruppen der Bereitschaftspolizei mit der Kennzeichnung 1411 und 1412, aus denen indentifizierbare Gewalttäter*innen kamen, sowie die Halbgruppen 1410, 1431, 1432 und 1433, die ebenfalls in Luckenwalde vor Ort waren, am kommenden Sonntag, aber auch sonst nicht in Zusammenhang mit Spielen des SVB eingesetzt werden sollten.

Wir werden selbstverständlich am kommenden Sonntag in Luckenwalde sein. Wir werden besonders aufmerksam beobachten und hinsichtliche re/traumatisierter Fans besonders sensibel reagieren.

NICHTS IST VERGESSEN!

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