Bericht zum Spiel gegen Bautzen, 8. März 2017

Am gestrigen 8. März 2017 fand im Karl-Liebknecht-Stadion die Partie des SV Babelsberg 03 gegen FSV Budissa Bautzen. Damit wurde der 19. Spieltag nachgeholt. Das Spiel begann um circa 19 Uhr und endete nach einer ruppigen Partie, bei der das Gästeteam nur durch Glück vollständig zu Ende spielen konnten, und einem späten Strafstoß für Nulldrei in der Nachspielzeit mit 2:2 unentschieden. Neben den Heimfans waren nur circa ein Dutzend Budissa-Bautzen-Fans vor Ort, sodass der Gästeblock wie schon beim Spiel gegen Fürstenwalde nicht geöffnet wurde. Wir haben circa 8 Polizist*innen inklusive zwei sogenannte Fankundige Beamt*innen (FKB) im Stadion gezählt. Ab circa einer Stunde vor sowie nach dem Spiel patrouillierte erneut ein Polizei-Bus rund um das Stadion und überwachte die Fans. , während und nach dem Spiel sowie einen sogenannten. Der Spieltag verlief entspannt und ohne besondere Vorkommnisse. Polizeiliche Maßnahmen haben wir nicht beobachtet.

Bericht zum Spiel gegen Fürstenwalde, 3. März 2017

Am gestrigen 3. März 2017 war am 23. Spieltag der FSV Union Fürstenwalde zu Gast beim SV Babelsberg 03 im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion. Die Partie begann kurz nach 19 Uhr und endete mit einem 2:0 Sieg für Nulldrei und sorgte damit für drei weitere Punkte. Der Spieltag verlief bis auf eine Intervention des Babelsberger-Ordnungsdienstes gegen etwas mehr als ein Dutzend mitgereiste Gästefans weitestgehend ruhig und entspannt. Insgesamt haben wir drei sogenannte Halbgruppenfahrzeuge und einen Einsatzbus der Brandenburger Bereitschaftspolizei gezählt. Das heißt, es dürften etwas mehr als 20 Beamt*innen in Uniform sowie mindestens 2 in Zivil im Einsatz gewesen sein.

Vor dem Spiel fiel auf, dass ein Minibus der Bereitschaftspolizei permanent auf der Karl-Liebknecht-Straße mindestens zwischen Ecke Karl-Gruhl-Straße in unmittelbarer Nähe zum Fanladen und dem Tor zur Gegengrade patrouillierte. Dies sollte sich auch nach dem Spiel bis fast 23 Uhr, also weit nach Abpfiff, wiederholen. Im Stadion selbst standen im Block G circa 10 Polizist*innen inklusive mindestens 2 Zivil-Beamt*innen. Eine Überwachung durch eine mobile Kamera ist uns nicht aufgefallen.

Da der Gästeblock nicht geschlossen war, hielten sich die Gästefans im Heimbereich auf. Offenbar wurden ihnen sogar Tickets für den Block M verkauft. Der Zutritt zu den Sektoren in der Gegengrade blieb ihnen allerdings verwehrt. Nach einem kurzen Abstecher in den Block O noch vor Spielanpfiff versammelten sich die Gästefans dann doch auf der Tribüne auf der Ecke zum Block O. Nach Spielende kam es in diesem Bereich zur Intervention des vereinseigenen Ordnungsdienstes, der die etwa ein Dutzend Fürstenwalde-Fans aus dem Stadion begleitete. Ob es in diesem Zusammenhang auch zu polizeilichen Maßnahmen gekommen ist, konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen. Wer uns dazu Informationen geben kann, meldet sich gerne beim Fanprojekt, beim Fanbeirat oder bei uns.

Bericht zum Spiel bei Lok Leipzig, 24. Februar 2017

Am gestrigen 24. Februar 2017 spielte der SV Babelsberg 03 auswärts beim 1. FC Lokomotive Leipzig im Bruno-Plache-Stadion. Nach einigen Absagen in den vergangenen Wochen startete die Rückrunde in der Regionalligasaison 2016 / 2017 für Nulldrei mit dem 20. Spieltag. Der SVB verlor leider mit 0:2 und vergab drei wichtige Punkte. Insgesamt haben wir mindestens 10 sogenannte Halbgruppenfahrzeuge der Polizei, mehrere Streifenwagen, einen Überwachungsbus, ein Fahrzeuggespann mit mobilen Scheinwerfern und mindestens drei Polizei-Motorräder gezählt. Außerdem war in unmittelbarer Nähe des Gästeblocks ein Wasserwerfer abgestellt. Dementsprechend gehen wir von mindestens 100 eingesetzten Beamt*innen in Uniform sowie zusätzlichen circa 20 Beamt*innen in Zivil aus. Hinzu kommen zahlreiche Security-Mitarbeiter*innen des gastgebenden und des Gäste-Vereins, wobei erstere auch Hunde dabei hatten. Ob es sich hierbei um die angekündigten „Sprengstoffhunde“ handelt, ist nicht klar. Weiterlesen

Bericht zum Spiel in Auerbach, 11. Dezember 2016

Am Sonntag, dem 11. Dezember 2016, gastierte der SV Babelsberg 03 auswärts beim VfB Auerbach. Das 17. Spiel in der Regionalligasaison 2016 / 2017 begann um circa 13:30 Uhr und endete mit 3:1 aus Sicht von Nulldrei. Damit beendete der SVB die Hinrunde mit 8 Siegen, 5 Niederlagen und 4 Unentschieden. Der Spieltag verlief entspannt und ohne besondere Vorkommnisse. Die Anreise der Nulldrei-Fans wurde nicht überwacht. In Auerbach selbst waren drei Einsatzbusse (Halbgruppenfahrzeuge) beziehungsweise ungefähr 20 Bereitschaftspolizist*innen im Einsatz, die sich aber im Hintergrund hielten. Die sanitäre Situation und Versorgung waren in Ordnung, wobei erwähnt werden muss, dass das vegetarische Angebot eingeschränkt und schon in der ersten Halbzeit ausverkauft war. Außerdem fiel negativ auf, dass am Einlass keine weibliche Security vor Ort waren. Offenbar gehen die Vereinsoffiziellen in Auerbach davon aus, dass lediglich Männer* zum Fußball gehen oder kontrolliert werden sollen.

Bericht zum Luckenwalde Spiel, 2. Dezember 2016

Am Freitagabend, dem 2. Dezember 2016, war der FSV 63 Luckenwalde am 16. Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 zu Gast im Karl-Liebknecht-Stadion. Das Partie begann um 19:00 Uhr. Es gewann der SV Babelsberg 03 mit 2:0. Im Stadion haben wir lediglich die bekannten Streifenbeamt*innen beobachtet. Ob Bereitschaftspolizist*innen anwesend waren, ist uns nicht bekannt. Andere besondere Vorkommnisse gab es nicht.

Bericht zum Spiel gegen den ZFC, 26. November 2016

Der SV Babelsberg 03 spielte am 26. November 2016 gegen den ZFC Meuselwitz. Die Partie zum 15. Spieltag der Regionalligasaison 2016 / 2017 begann um 13:30 Uhr und endete mit 2:0 aus Sicht von Nulldrei. Der Tag verlief entspannt. Es war mindestens eine Halbgruppe der Bereitschaftspolizei im Einsatz, die von der Tribüne die Fans überwachte. Weitere Beamt*innen waren offenbar explizit zur “Betreuung” des Böhmischen Weihnachtsmarktes auf dem Weberplatz abgestellt. Besondere Vorkommnisse gab es nicht.

Luckenwalde 28. Mai 2016 – Nichts ist vergessen!

Am 29. Mai 2016, genau vor einem halben Jahr sowie einen Tag nach der schockierenden und traumatisierenden Polizeigewalt beim Landespokalfinale fasste der SV Babelsberg 03 die Ereignisse in Luckenwalde in einer Erklärung mit folgenden Worten zusammen:

Das aggressive Verhalten der Polizei, die absichtliche Trennung der Mannschaft von den Fans und die Verweigerung des deeskalierenden Eingreifens unseres Sicherheitsdienstes führten dann in Summe zur bekannten Eskalation nicht nur auf dem Spielfeld und im Gästeblock, sondern auch im Eingangsbereich des Stadions.

Momentan sichtet der Verein, Babelsberg 03, das vorhandene Video- und Fotomaterial aus eigener Produktion der vereinseigenen Medien. Bei einer ersten Sichtung, schon am gestrigen Abend, wurde jedoch klar, dass die Polizei in jedem Falle unverhältnismäßig und mit überharter und teils rücksichtsloser Gewalt handelte. Selbst vereinseigene Ordner wurden auf dem Rasen mit Reizgas bedacht.

Babelsberg 03 wird am Anfang der kommenden Woche eine weitere ausführliche Stellungnahme mit entsprechenden Foto- und Videobeweisen veröffentlichen.

Statt der ausführlichen Stellungnahme und Konkretisierung der Vorwürfe folgte am 31. Mai 2016 mit der gemeinsamen Erklärung der Vereine, des Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) und der Polizei eine Rolle rückwärts, die nur so vor Diffamierungen gegen die Nulldrei-Fans strotzte. Es wurden sogar nicht davor zurück geschreckt, einen Angriff auf aktive Fans zur Rechtfertigung von Gewalt gegen eben diese zu wenden. Es wurden Spekulationen, Halb- und Unwahrheiten sowie dreiste Lügen verbreitet.

Diese Erklärung des Vereins ist das im wahrsten und auch im sprichwörtlichen Sinne Letzte, was den Fans und Vereinsmitgliedern gegenüber seitdem offiziell und öffentlich verlautbart wurde. Von Empathie und Solidarität ist seit einem halben nix zu hören. Statt Unterstützung gibt es nur Schweigen!

LUCKENWALDE 28. MAI 2016 – NICHTS IST VERGESSEN!

Bericht zum Spiel in Cottbus, 19. November 2016

Am 19. November 2016 war der SV Babelsberg 03 auswärts im Stadion der Freundschaft beim FC Energie Cottbus zu Gast. Das 14. Spiel in der Regionalligasaison 2015 / 2016 begann um aufgrund der Live-Übertragung durch den Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) um 14:05 Uhr und endete mit 0:3 aus Sicht von Nulldrei. Der Spieltag verlief trotz der Brisanz weitestgehend ruhig. Insgesamt waren mindestens 200 Bundes- und Bereitschaftspolizist*innen sowie mindestens vier fankundige Beamt*innen aus Berlin und weitere aus Cottbus im Einsatz, welche die Babelsberg-Fans sowohl bei der Anreise, am Einlass, beim Spiel und bei der Rückreise überwachten. Wir gehen aber davon aus, dass am Spieltag weit mehr als die für uns nachvollziehbaren 200 Beamt*innen im Einsatz waren. Bis auf die permanente Überwachung der Änhänger*innen auch durch mobile Video- und Fotokameras, eine unnötige Provokation beim Zurücklaufen der Fans vom Stadion zum Bahnhof, haben wir keine repressiven polizeilichen Maßnahmen beobachtet. Erwähnt werden müssen die anti-antifaschistischen und antisemitischen Tags in der Innenstadt wie zum Beispiel “Zecke verrecke”, “Babelsberg vergasen”, “Juden Babelsberg” und “Juden Nulldrei” sowie der Sexismus des Cottbusser Sicherheitsdienstes und Anhangs.

Isgesamt haben wir über 20 Halbgruppen mit den Kennzeichnungen 1000-1004, 1110-1113, 1122, 1133, 1401-1403, 1410-1414, 1422, 1423, 1234, 1500, 1542 sowie 1532 beobachtet, welche die Babelsberg-Fans überwachten. Hinzu kommen mindestens vier fankundige Beamt*innen, die bereits am Trefffpunkt der aktiven Fans in Babelsberg die Überwachung begannen, noch einmal in Berlin auf dem Bahnsteig waren und auch in Cottbus die Überwachung fortsetzen. Außerdem konnten wir vier weitere Beamt*innen in zivil beobachten, die in einem silbernen PKW unterwegs waren und ebenfalls die Gäste-Fans überwachten. Während des gesamten Spiels überwachten zwei Beamt*innen mit der Kennzeichnung 1512 mit einer mobilen Videokamera und einer Fotokamera den Gästeblock. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass der Polizist* mit der Fotokamera über mehrere Minuten offenbar Portrait-Bilder von einzelnen Babelsberg-Fans gemacht haben muss. Für uns erschließt sich nicht, wie diese Überwachungsmaßnahme rechtlich gerechtfertigt ist. Wir werden deshalb gegebenenfalls prüfen lassen, was dagegen unternommen werden kann und informieren euch. Außerdem überwachten circa 40 bis 50 Bundespolizist*innen die Fans bei der Anreise ab Königs Wusterhausen sowie bei der Rückreise bis zum Hauptbahnhof Potsdam. Weiterlesen

Verhalten bei brisanten Auswärtsspielen

tipps_bei_auswärtsfahrten

 

Der SV Babelsberg 03 ist zu einem brisanten Spiel auswärts unterwegs. Viele Nulldrei-Fans werden ihrem Team folgen. Wir werden selbstverständlich auch anwesend sein und sind besonders aufmerksam. Wir gehen davon aus, dass am Spieltag ein massives Polizeiaufgebot im Einsatz ist und uns die meiste Zeit begleiten wird. Deshalb möchten wir euch an dieser Stelle einige kurze Hinweise und Tipps mit auf den Weg geben. Weiterlesen

Zwei Monate nach dem Dossier – der SVB schweigt

Am 12. September 2016 wurde das Dossier 28. Mai 2016 – Polizeigewalt in Luckenwalde zur Aufarbeitung der Vorkommnisse beim Landespokalfinale am 28. Mai 2016 sowie die gleichnamige Video-Dokumentation zur exzessiven Gewalt gegen Fans des SV Babelsberg 03 veröffentlicht. Das ist nun schon zwei Monate her.

Nur einen Tag später erreichte uns auf informellen Weg eine Mitteilung, in der ausdrücklich allen am Dossier Beteiligten – dem Fanbeirat und dem Netzwerk für repressionsbetroffene Nulldreier*innen (nur03*) – für die Arbeit gedankt wird. Darüber hinaus wurden wir darüber informiert, dass mehrere Vertreter*innen der Landespolitik auf den Vorstandsvorsitzenden des SV Babelsberg 03, Archibald Horlitz, zugekommen seien. Die Politik wollte offenbar den Polizeipräsidenten zu einer Erklärung beziehungsweise Richtigstellung drängen, hieß es weiter. Außerdem wurde uns gegenüber angekündigt, dass nach einer solchen Richtigstellung durch die Politik eine öffentliche Erklärung des Vereins mit konkreter Kritik und Forderungen folgen sollte. Hierbei sollten insbesondere die Nichtkennzeichnung der Beamt*innen, der exzessive Reizgas-Einsatz sowie der prügelnde Sanitätspolizist* skandalisiert werden. Weiterlesen