Bericht zum Spiel in Nordhausen, 4. März 2016

Am vergangenen Freitag, dem 4. März 2016, war der SV Babelsberg 03 am 23. Spieltag in der Regionalligasaison 2015 / 2016 zu Gast beim FSV Wacker 90 Nordhausen im Albert-Kuntz-Sportpark. Um ungefähr 19 Uhr wurde angepfiffen und nach circa 93 Minuten endete das Spiel mit 0:2 aus Sicht von Nulldrei mit einer Niederlage. Der Abend verlief ruhig und entspannt. Bis auf die unverhältnismäßig große Anzahl an eingesetzten Beamt*innen sowie der Übernahme von Aufgaben des Ordnungsdienstes wie zum Beispiel die Räumung des Gästeblocks haben wir keine relevanten polizeilichen Maßnahmen beobachtet. Erwähnt werden muss, dass neonazistische Wacker Nordhausen Fans mehrere Minuten lang eine anti-antifaschistische Tapete zeigten.

Rund um den Spieltag waren nach unseren Zählungen rund um den Gästeblock ungefähr siebzig Beamt*innen und sechs bis neun Personen der Security im Einsatz. Die Polizei war mit mindestens 10 Bussen sowie zwei Streifenwagen inklusive der entsprechenden vor Ort. Dies entspricht mindestens 60 Beamt*innen in circa vier bis fünf Zügen der Bereitschaftspolizei und vier Streifenpolizist*innen, die sich vor allem um die Verkehrsführung zum Gästeblock übernommen hatten. Die Beamt*innen der Bereitschaftspolizei waren bis auf eine Gruppe nicht gekennzeichnet. Eine Gruppe von sieben Polizist*innen war mit TH LP 5 gekennzeichnet, wobei abhängig vom Dienstrang eventuell eine weitere Ziffer ergänzt wurde. Zu den Uniformierten kommen zwei Beamt*innen in zivil hinzu. Eine Person war offenbar ein Nordhausener sogenannter szenekundiger Beamter* sowie ein jüngerer Beamter, der zu Beginn des Spiels im Gästeblock war und Fotos von den Nulldrei Fans machte.

Die Anreise der Babelsberg Fans im Bus oder individuell verlief unseren Informationen zur Folge entspannt und ruhig. Die Kontrollen am Einlass waren entspannt. Während des Spiels kam es ebenfalls zu keinen erwähnenswerten Vorkommnissen. Erst bei der relativ schnellen und forcierten Räumung des Gästeblocks durch zehn Polizist*innen kam es zu einer unnötig angespannten Situation, die durch den Einsatz einer mobilen Videoüberwachung noch zusätzlich eskaliert wurde. Die Versorgung mit Getränken war in Ordnung, mit Essen allerdings schlecht. So gab es zum Beispiel keinen Grill, sondern die Bratwürste wurden aus dem Heimbereich im Karton zu den Gästen gebracht. Die sanitäre Situation war katastrophal und wenig gastfreundlich. Bei Temperaturen nahe Null Grad waren lediglich zwei mobile Dixie-Klos vorhanden.

Wie bereits erwähnt zeigten außerdem neonazistische Wacker Nordhausen Fans eine Tapete mit der Aufschrift „Antifa halts Maul“. Diese wurde am Ende der ersten Hälfte auf dem Dach des südlichen Hintertorblocks über mehrere Minuten präsentiert sowie zu Beginn der zweiten Hälfte mehrere Minute am Dach angebracht. Dies ist angesichts der Geschichte von Nordhausen und der unmittelbaren Nähe des Stadions zur Gedenkstätte „Konzentrationslager Dora-Mittelbau“ besonders erschreckend, allerdings aufgrund der Verstrickungen der Wacker Fanszene in die Strukturen militanter Neonazis leider nicht verwunderlich.