Bericht zum Spiel gegen Zwickau, 1. November 2015

Am 1. November 2015 war der FSV Zwickau zu Gast im Karl-Liebknecht-Stadion beim der SV Babelsberg 03. Die 13. Partie in der Regionalligasaison 2015/16 wurde um 13.30 Uhr angepfiffen und endete mit einem torlosen Unentschieden. Der Spieltag verlief weitestgehend ruhig. Es war ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften sowohl im Stadion als auch drumherum im Einsatz. Zu polizeilichen Maßnahmen kam es lediglich nach Abpfiff gegen die Gästefans. Für die Heimfans verlief der Spieltag ohne besondere Vorkommnisse.

Die Polizei war mit mindestens mit 11 Mannschaftswagen, einem Streifenwagen sowie einem VW-Bus für Zivilbeamt*innen im Einsatz. Die Fahrzeuge waren größtenteils um den S-Bahnhof Babelsberg herum in der Karl-Liebknecht-Straße abgestellt. Hier wurde eine Fan-Trennung vorgenommen. Ofenbar wurden außerdem Pkw mit sächsischen Kennzeichen aussortiert und die Zufahrt in die Karl-Liebknecht-Straße verhindert.

Im Stadion verteilten sich die Einsatzkräfte auf drei Standorte – an beiden Seiten des Gästeblocks sowie an einem Zugang zum Spielfeld zwischen Haupttribüne und Block O. Während sich links und rechts des Zwickau-Anhangs jeweils ca. 20 Beamt*innen aufhielten, waren es im Heimbereich etwa ein Dutzend. Insgesamt waren ungefähr 60 Beamt*innen der Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei im Einsatz (Züge 1111, 1112, 1113, 1114, 1133) im Zusammenhang mit dem Spiel im Dienst, darunter auch mindestens 5 sogenannte szenekundige Beamt*innen in Zivil. Hinzu kamen neben den in blauen Westen gekleideten vereinseigenen Ordner*innen zusätzlich ungefähr ein Dutzend Sicherheitskräfte der Firma ESC, die rund um den Gästeblock eingesetzt wurden.

Von der Haupttribüne aus wurde mit zwei mobilen Kameras das Geschehen auf den Rängen überwacht. Als nach Abpfiff Polizist*innen Anhänger*innen des FSV Zwickau aus dem Gästeblock geleiteten, setzten die Beamt*innen, die sich zuvor im für Babelsberg-Fans gesperrten Pufferblock (Bereich zwischen Gästeblock und Nordkurve) aufhielten, zwei Videokameras ein. Ein hinter der Nordkurve postiertes Kranfahrzeug war im Auftrag des SV Babelsberg im Einsatz, nicht jedoch zu Überwachungszwecken. Ein Fotograf sollte das Spielgeschehen dokumentieren.

Vor und während des Spiels gab es keinerlei berichtenswerten Kontakt zwischen Besucher*innen der Fußballpartie und Sicherheitskräften. Erst als etwa 20 Personen im Gästeblock diesen nach Ende der Begegnung nicht verlassen wollten, sondern an den Zäunen zum Spielfeld und zum Pufferblock wild gestikulierten und sie in Einzelfällen be- und überstiegen, kam es zur Ansprache durch Ordner*innen. Dabei wurde mindestens eine Sicherheitskraft angegriffen. In der Folge begleiteten die Ordner*innen in Zusammenarbeit mit inzwischen behelmten Polizeibeamt*innen die restlichen Gäste aus dem Stadion. Uns wurde mitgeteilt, dass in der Folge mehrere Anzeigen erstattet wurden, u.a. wegen Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole, und es zu Ingewahrsamnahmen kam.