Bericht zum Spiel gegen Nordhausen, 29. Juli 2016

Am gestrigen 29. Juli 2016 begann für den SV Babelsberg 03 die Regionalligasaison 2016 / 2017. Zum ersten Spieltag war der FSV Wacker 90 Nordhausen zu Gast im heimischen Karl Liebknecht Stadion. Die Partie begann um 19 Uhr und endete mit 0:2 aus Sicht von Nulldrei. Der Spieltag wurde von insgesamt circa 15 Polizist*innen in Uniform und drei sogenannten szenekundigen Beamt*innen auch mit Hilfe einer mobilen Videokamera überwacht. Besondere Vorkommnisse wurden uns nicht berichtet. Wir konnten folgende polizeiliche Maßnahmen in Babelsberg beobachten.

Wie uns berichtet wurde, überwachten zwei lokale (Streifen-)Polizist*innen mit kugelsicheren Westen die Ankunft einer größeren Gruppe Nulldrei-Fans aus Berlin und schien offenbar die Größe abzuschätzen und die Leute zu zählen. Wir vermuten, dass diese Beamt*innen eventuell Personalienaufnahmen vorbereiten sollten. Außerdem befand sich ein Bus der Bereitschaftspolizei (Halbgruppenfahrzeug) sowie ein VW Mini-Bus der Beamt*innen in Zivil am Bahnhof, die ebenfalls die Ankunft der Fans überwachte. Ein weiterer Bus (Halbgruppenfahrzeug) der Bereitschaftspolizei parkte in der Karl-Liebknecht-Straße in unmittelbarer Nähe des Fanladens des Fanprojekt Babelsberg in der Karl-Gruhl-Straße. Ein weiterer Bus patrouillierte vor dem Spiel durch den Kiez und fuhr auch am Fanladen vorbei. Während des Spiels überwachten zwei Halbgruppen (1113) sowie mindestens drei Beamt*innen in Zivil aus dem Block G (Haupttribüne) die Fans. Im Einsatz war, nur schwer wahrnehmbar und etwas versteckt, auch eine mobile Kamera, die auf ein Stativ montiert war. Wir gehen davon aus, dass das gesamte Spiel über und auch nach Abpfiff gefilmt wurde.

Das heißt, die Überwachung wurde trotz erwartungsgemäß entspannter Atmosphäre und keinerlei Anzeichen zur Eskalation fortgesetzt. Wir halten dieses Verhalten beziehungsweise die umfassende Überwachung der Fans auch mit technischen Mitteln für unangemessen und unverhältnismäßig. Wir fordern die Verantwortlichen im Verein dazu auf, diese Dauerüberwachung durch Einheiten der Bereitschaftspolizei zu überdenken und im besten Fall abzustellen.