Bericht zum Spiel bei RB Leipzig II, 10. April 2016

Am 10. April 2016 war der SV Babelsberg 03 zu Gast bei der Zweitvertretung von RB Leipzig im Stadion am Bad in Markranstädt. Das 27. Spiel in der Regionalligasaison 2015 / 2016 begann um 13.30 Uhr und endete mit 2:2. Erwähnenswert ist die durchweg massive Polizeipräsenz, welche nahezu eine Einszueins Überwachung der zugreisenden Nulldrei Fans ermöglichte sowie das unsensible und respektlose Verhalten des Ordnungsdienstes des gastgebenden Vereins.

Insgesamt waren am Spieltag ungefähr 100 Bereitschaftspolizist*innen sowie mindestens fünf sogenannte fankundige beziehungsweise szenekundige Beamt*innen in zivil im Einsatz. An den Umsteigebahnhöfen in Magdeburg und Leipzig überwachten jeweils 2-3 Gruppen (25-30 Beamt*innen) der Bundespolizei die Babelsberg-Fans. Bei der Ankunft in Leipzig selbst waren ungefähr 4-5 Gruppen (50-60 Beamt*innen) der Landespolizei im Einsatz. Wir konnten verschiedene präventive und repressive polizeiliche Maßnahmen beobachten, die wir im Folgenden näher beleuchten werden.

Die Anreise der aktiven Fans mit dem Zug wurde von zwei sogenannten fankundigen Beamt*innen (FKB) der Bundespolizei überwacht, die sich aber im Hintergrund hielten. Am Zielbahnhof warteten sieben sogenannte Halbgruppenkraftfahrzeuge (Polizeibusse) der sächsischen Landespolizei. Im weiteren Stadtgebiet waren weitere Fahrzeuge sowie Polizist*innen auf Motorrädern unterwegs. Das heißt, insgesamt kann die Anzahl auf circa 50-60 Beamt*innen geschätzt werden, die sich auf 4-5 Gruppen beziehungsweise 8-10 Halbgruppen verteilen. Die Überwachung der Zugreisenden Fans beinhaltete zusätzlich die unmittelbare Lenkung zum Stadion in Markranstädt. Obwohl die Ankunft mit 11 Uhr sehr früh war, wurde diese (freiheitsentziehende) präventive, polizeiliche Maßnahme umgesetzt, aber am Stadion, da es noch geschlossen war, aufgegeben, so dass die Babelsberg-Fans sich frei in der Stadt bewegen konnten.

Eine weitere polizeiliche Maßnahme fand am Rathausplatz statt. Dort wurde eine ungefähr 15-köpfige Gruppe Nulldrei-Fans eingekesselt. Die Rechtsgrundlage für diese repressive Maßnahme war eine vermeintliche Sachbeschädigung. Es wurden von allen Personen die Personalien aufgenommen und zusätzlich mit vier Personen eine sogenannte erkennungsdienstliche Maßnahme (ED) durchgeführt. Diese Gruppe kam verspätet zum Spiel und verpasste den Anpfiff.

Während des Spiels hielten sich ungefähr 2-3 Gruppen, das heißt circa 25-30 Beamt*innen der Bereitschaftspolizei, im Gästeblock auf. Darüber hinaus überwachten mindestens fünf Zivilpolizist*innen die Babelsberg-Fans. Zu weiteren polizeilichen Maßnahmen kam es während des Spiels nicht. Die Abreise der Fans sollte erneut, wie schon bei der Anreise, unmittelbar mit dem direkten Weg zum Bahnhof vonstatten gehen, was aber durch die Beamt*innen nicht durchgesetzt wurde. Auf der Rückfahrt überwachten erneut die bereits bekannten FKB die Babelsberg-Fans. An den Umsteigebahnhöfen waren wieder 2-3 Gruppen der Bundespolizei im Einsatz. Bis auf die präventive Maßnahme der Bahnhofssperre in Neustadt-Magdeburg gab es keine weiteren Vorkommnisse bei der Rückfahrt.

Unbedingt erwähnt werden muss aber, dass sich der vom gastgebenden Verein eingesetzte Ordnungsdienst äußerst unfreundlich verhielt und schroff mit den Babelsberg-Fans umging. So wurde uns berichtet, dass weibliche Nulldrei-Fans ohne Hinweis intensiv auch im Intimbereich abgetastet wurden. Dieses unsensible und respektlose Verhalten gegenüber Gäste-Fans ist inakzeptabel und sollte schleunigst überdacht werden.