Sofortige Einstellung der Verfahren gegen den SVB!

Das Sportgericht sowie sein Verbandsgericht des Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) hat in der Causa NOFV vs. SV Babelsberg 03 zum Urteil im Rahmen der Aufarbeitung der Ereignisse beim Spiel zwischen dem SVB und Energie Cottbus gegen mehrere Bestimmungen der eigenen Rechts- und Verfahrensordnung verstoßen. Darüber hinaus setzen die Verbandsfunktionäre ihren Rechtsbruch fahrlässig beziehungsweise teilweise bewusst fort, auch in dem sie seit Monaten falsche Informationen verbreiten und so nicht nur die Glaubwürdigkeit der Rechtsorgane des NOFV untergraben, sondern auch die Existenz des SVB und seiner breitensportlichen Sektionen bedrohen. Konkret haben das Sportgericht unter Vorsitz von Stephan Oberholz vom Sächsischen Fußballverband (SFV) gegen den § 2a und § 34, 3 sowie das Verbandsgericht unter der Vorsitz von Jürgen Lischewski vom Berliner Fußballverband (BFV) gegen den § 2a, § 9a und § 34, 3 der Rechts- und Verfahrensordnung des NOFV (pdf) verstoßen.

In § 2 wird die Rechtsprechung des NOFV geregelt, in der unter § 2 a explizit auch die Ahndung aller Formen menschenverachtenden Verhaltens bei Fußballspielen verlangt wird. In §34, Punkt 3 geht es um die Bestrafung der Fans eines Teams, die sich herabwürdigend, diskriminierend oder verunglimpfend äußern und derartig handeln. Diesbezüglich fehlt bis heute eine Bestrafung des FCE, dessen Fans sich beim genannten Spiel volksverhetzend, antisemitisch und rassistisch verhalten haben. Erschwerend kommt hinzu, dass ein entsprechend angestrengtes Verfahren zum menschenfeindlichen Verhalten der FCE Fans durch das Verbandsgericht unter Vorsitz von Jürgen Lischewski mit Hinweis auf eine vermeintlich vorliegende Doppelbestrafung eingestellt wurde. Zu beachten ist, dass der FCE in einem ersten Urteil zum Spiel keineswegs für dieses Verhalten bestraft wurde. Eine Doppelbestrafung liegt demnach nicht vor. Deshalb kann und muss an dieser Stelle, sowohl dem NOFV Sport- als auch Verbandsgericht ein in Teilen bewusster Rechtsbruch attestiert werden.

In § 9a werden die Gültigkeit von Anträgen, Einsprüchen, Beschwerden, Berufungen und Ähnliches über „Elektronische Medien“ geregelt. Dies ist relevant, da vom NOFV Verbandsgericht unter Vorsitz von Jürgen Lischewski die fristgemäß versendete Beschwerde (§ 11) beziehungsweise der fristgemäß versendete Antrag auf Berufung (§ 12) des Urteils aufgrund einer mutmaßlich fehlenden Unterzeichnung formal verworfen wurde. Der Hinweis auf die genannte Formalie Unterschrift oder Unterzeichnung muss aber als unzulässige Hinzufügung von Formalien betrachtet werden. Denn zum Einen ist in § 9a eine Notwendigkeit zur Unterzeichnung von Anträgen, Einsprüchen, Beschwerden, Berufungen und Ähnlichen nicht ausdrücklich erwähnt. Zum Anderen ist es schlichtweg weltfremd und unmöglich im elektronischen Kommunikationszeitalter eine Unterschrift zu fordern, die so nicht möglich ist. Darüber hinaus ist die Authentizität eines Schreibens im elektronischen Kommunikationsverkehr durch die Nutzung eines elektronischen Postfachs, wie es der SV Babelsberg 03 im Informationssystem des NOFV besitzt und welches er auch beim Versand verwendet hat, ausreichend und rechtssicher gegeben. Deshalb noch einmal unmissverständlich, eine Unterschrift zu verlangen, wie es das NOFV Verbandsgericht getan hat, verstößt gegen § 9a der NOFV Rechts- und Verfahrensordnung und kann nur als unzulässige Hinzufügung betrachtet werden.

Zusammengefasst stellen wir fest, dass sich das NOFV Sportgericht unter Vorsitz von Stephan Oberholz (SFV) und das NOFV Verbandsgericht unter der Vorsitz von Jürgen Lischewski (BFV) nicht rechtskonform verhalten haben und teilweise bewusst in erster Linie die Bestimmungen zur Ahndung diskriminierenden und menschenfeindlichen Verhaltens in der Rechts- und Verfahrensordnung des NOFV gebrochen haben. Damit sind für uns das Präsidium des NOFV, welches diese Rechtsbrüche weiter stützt und zum Teil mit unwahren Behauptungen rechtfertigt, sowie die Mitglieder des NOFV Sport- und Verbandsgericht untragbar. Sie müssen unverzüglich abgesetzt und durch Funktionäre ersetzt werden, welche die Rechtsbestimmungen des NOFV ohne die unzulässige und weltfremde Hinzufügung von vermeintlich notwendigen Formalien umsetzen sowie konsequent gegen alle Formen von Diskriminierung vorgehen. Darüber hinaus ist aufgrund der genannten Rechtsbrüche durch das NOFV Sport- und Verbandsgericht das skandalöse Urteil vom 19. Juni 2017 gegen den SV Babelsberg 03 sowie die Androhung einer Spielsperre vom 5. Februar 2018, welche die Existenz des Vereins und seiner breitensportlichen Sektionen wie zum Beispiel auch von Welcome United 03 oder dem Rollerderby Team massiv bedroht, sofort zurück zu nehmen.

Deshalb fordern wir:

Es müssen alle Verfahren gegen den SVB eingestellt werden!

Das Präsidiums des NOFV muss sofort abgesetzt werden!

Die verantwortlichen Richter*innen im NOFV Sport- und Verbandsgericht sind sofort auszutauschen!

Alles andere wäre Quark!

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Anbei die genannten Paragraphen der Rechts- und Verfahrensordnung des NOFV im Wortlaut:

§ 2: Rechtsprechung

Der Rechtsprechung des NOFV unterliegen alle am Spielbetrieb des Regionalverbandes beteiligten natürlichen und juristischen Personen sowie die Vereine der 2. Frauen-Bundesliga und der Junioren-Bundesliga bei Feldverweisen und Vorkommnissen in Freundschaftsspielen ihrer Mannschaften. Vereine tragen die Verantwortung für in ihrem Auftrag handelnde Personen, sofern diese nicht selbst Mitglied eines Vereins im DFB sind.

Die Rechtsprechung umfasst:

a) Ahndung aller Formen unsportlichen Verhaltens im unmittelbaren Zusammenhang mit Fußballspielen sowie fremdenfeindlicher, rassistischer, politisch extremistischer, anstößiger und/oder beleidigender Handlungen in Wort und/oder Gestik sowie Mimik, in Beschimpfungen, Schmähungen, Drohungen, Tätlichkeiten […]

§ 9 a: Elektronische Medien

Anträge, Einsprüche, Beschwerden, Berufungen und Ähnliches können über das EDV-basierte Informationssystem des NOFV eingelegt werden. Für den Nachweis der Rechtzeitigkeit gilt das Absendedatum im Informationssystem des NOFV.

§34: Diskriminierung und ähnliche Tatbestände

2. Wer die Menschenwürde einer Person oder einer Gruppe von Personen durch herabwürdigende,

diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen oder Handlungen in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft verletzt, wird für mindestens fünf Wochen gesperrt […]

3. Wenn Anhänger einer Mannschaft bei einem Spiel gegen Nr. 2., Absatz 1 verstoßen, wird der betreffende Verein mit einer Geldstrafe von € 500,00 bis zu € 20.000,00 belegt. In schwerwiegenden Fällen können zusätzliche Sanktionen, insbesondere die Austragung eines Spiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Aberkennung von Punkten oder der Ausschluss aus dem Wettbewerb ausgesprochen werden.