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Nicht verzagen, nur03* fragen!

MELDEAUFLAGEN UND BETRETUNGSVERBOT
WIRD VON UNS DIE INNERE SICHERHEIT BEDROHT?
[Spruchband der Nordkurve zum Magdeburg-Spiel]

Meldeauflagen und Aufenthaltsverbote sind polizeiliche Maßnahmen, die uns nicht unbekannt sind. Dass sie jedoch im Rahmen von Fußballspielen gezielt gegen Fans des SV Babelsberg 03 eingesetzt werden, ist neu. Es passt jedoch in die allgemeine Entwicklung, dass diese Maßnahmen bundesweit immer häufiger strategisch gegen Fußballfans angewandt werden. Seit einiger Zeit schon berichten Fans von einem vermehrten Aufkommen der Meldeauflagen und Aufenthaltsverbote gegen sie oder andere Personen im Kontext von Fußballveranstaltungen ihrer Vereine.

Als Anlass dafür kann sicherlich gesehen werden, dass Stadionverbote inzwischen nicht mehr einfach erteilt werden, sondern heute einem mehrschrittigen Verfahren unterliegen. Diese Vermutung liegt nahe, da die langwierig erkämpften Möglichkeiten zur Anhörung und Bewährung zu einer sinkenden Anzahl von tatsächlich ausgesprochenen und umgesetzten bundesweiten Stadionverboten führen. Es sollte keine Überraschung sein, dass die Polizei diese Entwicklung kritisch beäugt. Da sie jedoch aufgrund des Hausrechts der jeweiligen Vereine keine Entscheidungsgewalt über die Teilnahme der Fans an Fußballspielen hat, scheint mit den Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten nun eine neue Taktik gefunden zu sein, die den Einfluss der Polizei sicherstellt. Die Verfügungen können im Kontext dessen ohne Zweifel als Strategie zum alternativen Umgang mit ungewollten Fußballfans gewertet werden. Weiterlesen

Bericht zum Spiel beim FC Carl Zeiss, 22. März 2015

Am gestrigen Sonntag, den 22. März 2015, trat der SV Babelsberg 03 im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld gegen den dort beheimateten FCCZ an. Das Spiel endete mit 1:1.

Die Anhänger*innen des SV Babelsberg 03 kamen zahlreich in den Gästeblock in Jena. Ein Teil der Fans reiste mit der Bahn an. Zum Zugtreffpunkt am Potsdamer Hauptbahnhof in den sonntäglichen Morgenstunden wurden sie von 2 Kleingruppen à 5 Personen der Bundespolizei in Vollausrüstung in Empfang genommen. Diese verblieben allerdings mit Abfahrt des Zuges auf dem Bahnsteig. Auf Hin- und Rückreise wurden die Fans von 7 vereinseigenen Ordner*innen sowie 2 fankundigen Beamt*innen (FKB) der Bundespolizei begleitet. An den Umsteigbahnhöfen in Magdeburg (4 plus Hund) und Halle (4) waren jeweils die dort ansässigen Bundespolizist*innen ohne Vollkörpermontur zugegen. Ab Weißenfels begleiteten aufgrund vermeintlich zu erwartender Fantrennung zusätzlich etwa 20 Beamt*innen der Pirnaer Einsatzhundertschaft der Bundespolizei (BP Pir 72..) den Tross. Gleiches war ebenfalls auf dem Rückweg zu beobachten, allerdings begleitete die Einheit lediglich bis Naumburg.
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Bericht zum Spiel gegen Bautzen, 13. März 2015

Am Freitag, den 13. März 2015, trafen zum Flutlicht-Spiel im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion in der Regionalliga-Saison 2014 / 2015 der SV Babelsberg 03 und der FSV Budissa Bautzen aufeinander. Die Partie endete mit 1:1 vor etwas weniger als 2.000 Zuschauer*innen inklusive ungefähr ein Dutzend Gäste aus Sachsen im Gästeblock.

Bei diesem Spiel waren sechs Polizist*innen plus 2 Beamt*innen in zivil anwesend, welche die meiste Zeit auf der Tribüne standen. Die Präsenz des Sicherheitspersonals war der zu erwartenden entspannten Lage entsprechend somit marginal. Zu Polizeimaßnahmen oder Interventionen seitens des Sicherheitspersonals kam es im und um das Stadion herum unseres Wissen nach nicht. Lediglich das Verhalten einiger Gäste, die unbedingt im Gästeblock stehen und beflaggen wollten (Deutschland, Sachsen, Bautzen), führte zu kleinen Irritationen.

Der Spieltag verlief insgesamt ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Das bedeutet aber leider nicht, dass die Fans vor der Ansprache von Beamt*innen gefeit sind. Deshalb möchten wir erneut darauf hinweisen, dass ihr das Gespräch mit Freund*innen, aktiven Fans, dem Fanprojekt oder uns suchen solltet, falls ihr von uniformierten oder zivilen Polizist*innen angesprochen oder belästigt werdet.

Wer nicht fragt, hat schon verloren

Wir dokumentieren an dieser Stelle den Bericht zum ersten Infoformationsabend im Rahmen der Reihe “Rechts ABC”, der im Nordkurven Zine “Ultra Unfug” (Nummer 209) zum Spiel gegen Magedburg erschien. Der Text liefert einige wichtige Grundlagen und Hinweise auf das Verhalten im Kontakt mit Polizist*innen. Besonders wichtig ist, dass in keinem Fall gegenüber Beamt*innen Aussagen gemacht werden sollten, aber sie mit Fragen löchern, dürft ihr selbstverständlich. Aber lest selbst. Weiterlesen

Bericht zum Spiel bei der TSG Neustrelitz, 6. März 2015

Am vergangenen Freitag, den 6. März, trat der SV Babelsberg 03 im Neustrelitzer Parkstadion gegen die TSG Neustrelitz an. Die Partie unter Flutlicht ging aus Sicht der Nulldreier*innen etwas unglücklich mit 0:1 verloren.

Etwa 150 Anhänger*innen des SV Babelsberg 03 feuerten ihr Team im Gästeblock an, davon reisten ein nicht unbeträchtlicher Teil mit der Bahn an. Sie wurden sowohl bei der Hin- wie auch bei der Rückfahrt zumindest in den Zügen nicht durch Polizist*innen begleitet. Am Berliner Hauptbahnhof, einem von zwei Treffpunkten bei der Anreise, waren ein paar Bundespolizisten (BP 41..) sowie zwei Beamte in zivil zugegen. Den Zustieg der Potsdamer*innen in Oranienburg beobachteten auch nur eine Handvoll Polizist*innen auf dem Bahnsteig. In Neustrelitz erwartete die Zugreisenden eine Gruppe Einsatzkräfte des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Uniformen der etwa 15 Polizist*innen waren kaum gekennzeichnet. Sie trugen keine Nummern, nur Dreiecke waren bei einigen zu erkennen. Zudem waren auf dem Bahnhofsvorplatz zwei Kleinbusse (9er) der Zivilbeamt*innen abgestellt. Weiterlesen

Bericht zum Spiel gegen den 1. FCM am 1. März 2015

Am 1. März 2015 fand im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion das Regionalliga-Spiel zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem 1. FC Magdeburg statt. Die Partie endete mit 1:2 für die Gäste aus Sachsen-Anhalt.

Nachdem es beim Spiel in der Vorsaison am 8. November 2013 zum Einsatz von Pyrotechnik in der Babelsberger Nordkurve und im Gästeblock sowie zu einem Platzsturm durch Magdeburger Gäste kam, war zu erwarten, dass das Polizeiaufgebot sehr hoch sein würde. Dementsprechend waren am Spieltag mehrere Einheiten der Brandenburger Bereitschaftspolizei im Einsatz (BB 1132, 1431 usw.). Hinzu kamen mindestens acht sogenannte Szenekundige Beamt*innen (SKB) in zivil. Darunter waren drei aus Potsdam, mindestens zwei aus Magdeburg sowie drei Beamt*innen des Bundes. Im Stadion wurden die Fans an mindestens zwei Stellen von Polizeikameras überwacht. Hinter der Nordkurve stand während des Spiels einen Hebebühne. Von dort filmten zwei Beamt*innen vorrangig den Gästeblock. Auf der Tribüne war ebenfalls mehrere Polizist*innen mit Kameras postiert (2x Video, 1x Foto), die sowohl die Nordkurve als auch den Gästeblock filmten. Zusätzlich stand hinter dem Pufferblock ein Kamerafahrzeug bereit. Weiterlesen

Bericht zum Spiel beim BAK, 21.02.2015

Am Samstag, den 21. Februar 2015, spielte der SV Babelsberg 03 beim Berliner Athletikklub. Der 17. Spieltag in der Regionalligasaison 2014/15 begann für die Nulldrei-Fans an den verschiedenen Treffpunkten in Babelsberg und Berlin unterschiedlich. Das Polizeiaufgebot war zunächst überschaubar, wuchs aber am Stadion erheblich an. Der Spieltag wurde von einer Einheit der Bundespolizei und zwei Einheiten der Berliner Bereitschaftspolizei sowie von Sicherheitspersonal des SV Babelsberg 03 begleitet. Das Sicherheitspersonal des Berliner Athletikklub im Stadion war bis auf die Anwesenheit des Neonazi, Lok-Leipzig-Hooligan und MMA-Sportlers Benjamin Brinsa unauffällig. Weiterlesen

Pressemitteilung vom 1. März 2015

Mit bunten Fahnen und liebevollen Gesängen unterstützen Fußballfans ihr Team im heimischen Stadion und hunderte Kilometer davon entfernt. Den Anhängern des SV Babelsberg 03 ist besonders wichtig, dass die Spieltage ohne Diskriminierung, polizeiliche Willkür und Gewalt verlaufen. Doch leider geht dieser Wunsch allzu oft nicht in Erfüllung. Vor allem bei Auswärtsfahrten müssen die Nulldreier*innen mit Schikanen der Polizei und nicht selten auch mit Übergriffen durch die Beamt*innen rechnen. Die aktuelle Saison hatte mit dem völlig überzogenen Einsatz in der Bar „Baiz“ nach der Partie beim BFC Dynamo (20.9.14) sowie einer eskalierten Personalienfeststellung nach dem Auswärtsspiel zum Rückrundenauftakt beim Berliner AK (21.2.15) schon zwei Negativhighlights in Sachen Polizeigewalt zu bieten. Aufgrund solcher Erfahrungen hat sich das Netzwerk zur Unterstützung repressionsbetroffener Nulldreier*innen (nur03*) gegründet. Weiterlesen

Noch bunter, noch größer, noch frecher!

Wenn wir zum Fußball gehen, hoffen wir auf einen fröhlichen, sportlich packenden, aber fairen Spieltag ohne Stress und Diskriminierung. Dieser Wunsch geht allzu oft nicht in Erfüllung. Vor allem bei Auswärtsfahrten müssen die Nulldreier*innen mit Schikanen der Polizei und nicht selten auch mit Übergriffen durch die Beamt*innen rechnen. Erinnert sei an die Pfeffersprayduschen beim Spiel in Meuselwitz im Mai 2014 oder die massive und die Grundbedürfnisse verletzende Begleitung in Neustrelitz. Auch diese Saison hatte mit dem völlig überzogenen Einsatz im Baiz nach der Partie bei Dynamo Berlin schon ein Negativhighlight in Sachen Polizeigewalt zu bieten. In der vergangenen Woche beim Auswärtsspiel beim Berlin AK wurden erneut mehrere Personen nach einer eskalierten Personalienfeststellung in Gewahrsam genommen.  Weiterlesen

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