28. Mai 2016 – Nichts ist vergessen!

Der Spieltag am kommenden Sonntag ist für viele Nulldrei-Fans und auch Verantwortliche beim SV Babelsberg 03 kein ganz normaler Spieltag. Fast ein Jahr nach dem Angriff der Brandenburger Bereitschaftspolizei auf feiernde SVB Fans mit mehr als 150 teilweise schwerverletzten Betroffenen und mehreren hundert Traumatisierten kann dies kein normaler Spieltag sein.

Denn die Ereignisse sind weiterhin nicht vollständig aufgearbeitet. Konsequenzen für die Gewalttäter*innen in Uniform sind nicht in Sicht. Die Gewaltverbrecher*innen ohne Kennzeichnung bleiben ebenfalls weitestgehend unbehelligt. Eine Initiative zur Einrichtung einer unabhängigen Polizeibeschwerde-Stelle im Landtag Brandenburg verläuft im Sande. Änderungen im Umgang mit Fußballfans durch die Polizei Brandenburg sind nicht erkennbar. Und, als ob es am 28. Mai 2016 in Luckenwalde keinen sogenannten Massenanfall von Verletzten (MANV) gab, behauptet die Polizei weiterhin, dass es lediglich 36 Verletzte gegeben haben soll.

Wir, die wir da waren, die Betroffenen, die anwesenden Medienvertreter*innen und selbst Sven Petke wissen, dass das nicht stimmen kann. Wir wissen, dass auch fast ein Jahr nach der sogenannten “Schande von Luckenwalde” durch die Behörden die Ereignisse fortgesetzt verharmlost, die Ermittlungen gegen Beamt*innen verschleppt sowie dementsprechend, als wäre alles ganz normal, auch der folgende Spieltag am 14. Mai 2017 nach dem üblichen Einsatzkonzept ablaufen soll. Dieses Verhalten der Polizei, aber auch des gastgebenden FSV 63 Luckenwalde empfinden wir als Respektlosigkeit oder zumindest als unsensibles Verhalten gegenüber den Betroffenen und den Nulldrei-Fans.

Wir sehen eine hohe Gefahr für Re-Traumatisierungen. Insbesondere die Anwesenheit von Bereitschaftspolizist*innen könnte ein Auslöser dafür sein. Das eskalative Auftreten mit Helmen und Handschuhen sollte deshalb unterbleiben. Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass die Halbgruppen der Bereitschaftspolizei mit der Kennzeichnung 1411 und 1412, aus denen indentifizierbare Gewalttäter*innen kamen, sowie die Halbgruppen 1410, 1431, 1432 und 1433, die ebenfalls in Luckenwalde vor Ort waren, am kommenden Sonntag, aber auch sonst nicht in Zusammenhang mit Spielen des SVB eingesetzt werden sollten.

Wir werden selbstverständlich am kommenden Sonntag in Luckenwalde sein. Wir werden besonders aufmerksam beobachten und hinsichtliche re/traumatisierter Fans besonders sensibel reagieren.

NICHTS IST VERGESSEN!