Bericht zum Pokalspiel in Fürstenwalde, 26. März 2016

Am vergangenen Samstag, dem 26. März 2016, war der SV Babelsberg 03 im Halbfinale des Brandenburgischen Landespokals (Krombacher Pokal Brandenburg) zu Gast in der S-OS Arena beim FSV Union Fürstenwalde. Das Spiel begann um ungefähr 14:00 Uhr und endete mit 2:0 aus Sicht von Nulldrei. Damit zog der SVB ins Finale ein und spielt dort gegen den FSV 63 Luckenwalde. Der Spieltag verlief bis zum Abpfiff ruhig und entspannt. Lediglich beim Verlassen des Gästeblocks kam es nach Provokationen von Hooligans des Berliner Fußball Club Dynamo (BFC) und örtlichen Neonazis zu Rangeleien. Trotz der Eskalation haben wir keine freiheitsentziehenden polizeilichen Maßnahmen beobachtet. Erwähnenswert ist außerdem, dass die sanitäre Situation als äußerst mangelhaft beschrieben werden muss. Es standen lediglich zwei mobile Toiletten für mehrere Hundert Gästefans zur Verfügung.

Die Polizei war mit mindestens fünf sogenannten Halbgruppenkraftwagen (Busse), einem Gefangenentransporter sowie mehreren Streifenwagen im Einsatz. Dementsprechend haben wir mindestens 30 Bereitschaftspolizist*innen (Kennzeichnung BB 1434) gezählt. Hinzu kommen mehrere Streifenbeamt*inenn sowie zwei der bekannten Potsdamer sogenannten Szenekundigen Beamt*innen (SKB). Außerdem wurden vom gastgebenden Verein ungefähr 10 Ordner*innen und 5 zusätzliche Ordner*innen des SVB rund um den Gästeblock eingesetzt.

Die aktiven Nulldrei-Fans reisten im Bus und sehr viele weitere Fans auch individuell an. Besondere Vorkommnisse während der Fahrt wurden uns nicht berichtet. Bei der Ankunft sowie während des Spiels hielten sich die eingesetzten Beamt*innen im Hintergrund. Der Einlass verlief entspannt. Auffällig war lediglich, dass mindestens ein* Ordner* zunächst eine Jacke der Neonazi-Marke Thor Steinar trug, diese zwar nach einem Hinweis wechselte, aber weiter im Gästebereich im Dienst blieb. Hinzu kommen mindestens zwei weitere Ordner*innen, die offenbar als NPD-Symphatisant*innen erkannt wurden.

Nach dem Spiel kam es, während die Nulldrei-Fans den Gästeblock verließen, zu den bereits erwähnten Rangeleien. Da auf eine Fan-Trennung verzichtet wurde, konnten kleine Gruppen BFC-Hooligans und örtliche Neonazis direkt den Gästeblock passieren. Sie provozierten dabei die Nulldrei-Fans mit bekannten anti-antifaschistischen Chören wie “Hasta la vista Antifascista”. Der Sicherheitsdienst der Gastgeber*innen reagierte darauf mit dem Versuch den (vorderen) Ein- beziehungsweise Ausgang des Gästeblocks zu schließen. Dafür sollte ein anderer Durchgang geöffnet werden, was jedoch aufgrund von Kommunikationsproblemen nicht geschah. Dies führte zu Irritationen. Erst nach Rücksprache der Ordner*innen untereinander wurde dieser (hintere) Ausgang geöffnet. Während dieser vorhersehbaren und vermeidbaren Situation haben wir keine Ingewahrsamnahmen oder andere freiheitsentziehende Maßnahmen beobachtet. Die Abreise verlief, genau wie die Anreise, entspannt und ruhig.

Die Versorgung mit Getränken war in Ordnung und günstig. Beim Essen gab es verschiedene Fleischgerichte. Für Vegetarier*innen und Veganer*innen gab es keine fleischlose Alternative. Die sanitäre Situation war, wie bereits weiter oben beschrieben, äußerst angespannt, da für mehrere Hundert Gästefans lediglich zwei mobile, sogenannte Dixie-Toiletten zur Verfügung standen. Dies führte dazu, dass männliche* SVB-Fans ihre Notdurft auch am Zaun verrichten durften, was allerdings zunächst durch die Polizei und die Ordner*innen unterbunden werden sollte. Im Heimbereich war die sanitäre Situation weitaus entspannter, da Toiletten-Container bereitgestellt wurden.

Wir möchten an dieser Stelle erneut darauf hinweisen, dass ein solches Verhalten respektlos und wenig gastfreundlich ist. Darüber hinaus ist die Ungleichbehandlung von Heim- und Gästefans inakzeptabel und sollte in jedem Fall überdacht werden.