Bericht zum Spiel in Rathenow, 21. Februar 2016

Am 21. Februar spielte der SV Babelsberg 03 auswärts gegen den FSV Optik Rathenow. Das 21. Spiel in der Regionalligasaison 2015 / 2016 begann um 13:30 Uhr und endete mit 2:0 aus Sicht von Nulldrei. Der Spieltag verlief weitestgehend ruhig. Wir haben keine polizeilichen Maßnahmen beobachtet. Wir mussten aber feststellen, dass der Spieltag von einem unverhältnismäßig großen Polizeiaufgebot vor allem in Rathenow begleitet wurde. Für uns nicht nachvollziehbar und völlig inakzeptabel ist, dass Polizist*innen Aufgaben des Ordnungsdienstes im Stadion übernahmen und selbst während des Spiels im Gästeblock blieben. Darüber hinaus empfinden wir die Überwachung von Fußballfans durch Kameras im Stadion und außerhalb, als problematisch und unverhältnismäßig.

Wir gehen davon aus, dass an diesem Spieltag mehr als 100 Beamt*innen in mindestens 8 Zügen im Einsatz waren. Diese massive Präsenz der Polizei dominierte den gesamten Spieltag. Für uns ist absolut nicht nachvollziehbar, wie eine derartig martialische Überwachung der Fans, die auch den Stadionbereich und den Gästeblock einbezog, gerechtfertigt werden soll. Denn aufgrund der fehlenden Brisanz und des fehlenden Konfliktpotenzials waren weder Auseinandersetzungen mit den Heimfans und schon gar nicht mit der Polizei zu erwarten.

Die gemeinsam anreisenden Nulldrei Fans wurden in Rathenow von mindestens 4 Zügen der Bereitschaftspolizei sowie einem Fahrzeug zur Kameraüberwachung empfangen. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion fuhr das Kamerafahrzeug voraus und acht Polizeibusse folgten den Fans. Außerdem liefen 10 Beamt*innen in einer losen Kette neben den Fans her. Am Stadion erwartet die Fans weitere Beamt*innen. Zu den acht Polizeibussen plus einem Kamerawagen kamen acht weitere Busse sowie ein LKW und ein Sanitätsfahrzeug der Polizei hinzu. Vor allem bei letzterem stellt sich die Frage, warum die Einsatzleitung die Notwendigkeit für eine gesonderte medizinische Erstversorgung der Beamt*innen als notwendig betrachtet. Die massive Überwachung der Nulldrei Fans setzte sich auch an der Kasse zum Stadion fort, wo eine Gruppe von fünf Beamt*innen postiert war. Der Einlass wurde zusätzlich durch eine weitere Gruppe von sechs Beamt*innen überwacht. Im Gästeblock selbst befanden sich vor, während und nach dem Spiel weitere zehn Beamt*innen. Die Überwachung der Fans auf der Abreise verlief ähnlich, wie der Marsch zum Stadion. Wieder fuhr das Kamerafahrzeug voraus und filmte die Fans. Hinter den Fans fuhren acht Polizeibusse. Bis zur Abreise überwachten jeweils zehn Beamt*innen die Berliner und Babelsberger Nulldrei Fans, die sich in verschiedenen Zügen auf den Heimweg machten.

Die Toilettensituation in Rathenow hat sich seit den letzten Spielen des SVB bei Optik leider nicht verändert. Für Gästefans stehen immer noch lediglich zwei mobile Dixie-Klos zur Verfügung, was vor allem in der kalten Jahreszeit eine Zumutung ist und ein wenig gastfreundliches Verhalten offenbart. Die Versorgung mit Essen und Trinken dagegen war in Ordnung.