Bericht zum Spiel in Jena, 14. August 2016

Der SV Babelsberg 03 und seine Fans waren am 14. August 2016 zu Gast beim FC Carl Zeiss Jena im Ernst-Abbe-Sportfeld. Das 4. Spiel der Regionalligasaison 2016 / 2017 begann um 14:05 Uhr und endete leider mit 0:3 aus Sicht von Nulldrei. Der Spieltag verlief abgesehen von der bitteren Niederlage insgesamt entspannt. Die anreisenden SVB-Fans wurden von circa 100 Beamt*innen der Bereitschaftspolizei aus Sachsen-Anhalt und Thüringen, der Bundespolizei sowie diversen sogenannten fankundigen und szenekundigen Beamt*innen in Zivil aus Berlin und Jena überwacht. Abgesehen von den üblichen präventiven Maßnahmen zur Fantrennung und Überwachung konnten wir keine weiteren beobachten beziehungsweise wurde uns diesbezüglich nichts übermittelt. Erwähnt werden muss, dass es erneut Ärger beim Ticketkauf gab, da Ermäßigungen lediglich bis 16 Jahre gewährt werden sollten, obwohl auf der Internetseite des FCCZ explizit ermäßigte Karten „für Schüler,Studenten […] und Schwerbeschädigte ab 50%“ ausgewiesen sind.

Die aktiven Fans des SVB reisten im Zug aus Babelsberg und mit dem Bus aus Berlin beziehungsweise Babelsberg an. Die Abfahrt der Zugfahrenden wurde am Bahnhof Waldstadt von zwei sogenannten fankundigen Beamt*innen (FKB) überwacht. Die Umstiege in Dessau und Halle wurden von jeweils einer Halbgruppe der Bundespolizei Direktion Magdeburg begleitet. In Naumburg stieg eine Halbgruppe Beamt*innen der Bundespolizeidirektion Erfurt zu und überwachte die Weiterfahrt bis Jena. Dort erwarteten die Fans zwei sogenannte szenekundige Beamt*innen (SKB) aus Jena sowie zwei Halbgruppen der örtlichen Bereitschaftspolizei auf dem Bahnsteig, die den Spaziergang zum Gästeblock beobachteten.

Die Anreise der Nulldrei-Fans mit dem Bus wurde nicht überwacht. Bei der Ankunft in Jena kam es dann zu einer kurzen Irritation, die kurz zu gesteigerten nervösen Reaktionen der Beamt*innen führte, aber schnell unkompliziert und entspannt beseitigt werden konnte. Dennoch muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass die Kategorisierung der ankommenden Fans durch den verantwortlichen Beamten in A (friedliche Fans) und B (gewaltbereite Fans) ohne irgendeine Grundlage mindestens unglücklich, wenn nicht fahrlässig ist.

Der Weg zum Stadion wurde von der anwesenden Bereitschaftspolizei zwar gesperrt, was aber statt einer strikten Fantrennung eher den Eindruck hinterließ, den schnellsten Weg zum Gästeblock zu weisen. Rund um das Stadion waren mindestens zwei Halbgruppen der Bereitschaftspolizei anwesend. Im Stadion hielten sich mindestens 14 Beamt*innen einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) zwischen Gästeblock und Tribüne auf. Die mit dem Zug ab- beziehungsweise zurückreisenden Nulldrei-Fans wurden bis Naumburg erneut durch die bereits bekannte Halbgruppe der Erfurter Bundespolizeidirektion begleitet.

Das Verhalten des Ordnungsdienstes in Jena war ruhig und entspannt. Lediglich das Missverständnis bezüglich der bereits erwähnten Regelungen für ermäßigte Tickets war ärgerlich und vor allem unnötig. Die kulinarische Versorgung im Stadion war in Ordnung. Erwähnenswert ist, dass es mit einem Grillkäse-Brötchen auch eine vegetarische Alternative gab. Etwas befremdlich ist allerdings, dass die Speisen und Getränke nur durch den Zaun in den Gästeblock hineingereicht werden. Negativ zu nennen ist außerdem die sanitäre Situation, da nur zwei mobile, sogenannte Dixie-Toiletten für die Gäste bereit standen. Wir empfehlen dringend die Praxis, lediglich mobile Dixie-Toiletten zu nutzen, zu überdenken.