SVB zur Aufarbeitung der Polizeigewalt in Luckenwalde

In der letzten Ausgabe des “Ultra Unfug” zum Brandenburg Derby erschien ein Interview des Fanbeirat mit Christian Lippold, dem Sicherheitsbeauftragten des SV Babelsberg 03, zu den Vorkommnissen in Luckenwalde. Darin wird erstmals sehr ausführlich und detailiert der Einsatz aus Sicht des verantwortlichen beim SVB öffentlich aufgearbeitet.

Im Interview benennt Lippold ausdrücklich eigene Fehleinschätzungen, falsche Entscheidungen, Kommunikationsschwierigkeiten mit der Polizei und einen erschreckend abweisenden FSV 63 Luckenwalde beziehungsweise Fußball-Landesverband Brandenburg, was im Ganzen zur Polizeigewalt gegen feiernde Fans geführt hat. Damit übernimmt der SVB vertreten durch Lippold nicht nur die Verantwortung, sondern leistet endlich einen wichtigen Teil für die nachträgliche Aufarbeitung.

Jetzt fehlt nur noch die kritische Aufarbeitung der Ereignisse durch die Brandenburger Polizei, die zu den bereits mehrfach geforderten Konsequenzen für die Gewalttäter*innen in Uniform und zu einer grundsätzlichen Überarbeitung der Einsatzkonzepte führen müssen. Auch der FLB und der FSV 63 Luckenwalde haben bislang ihre Verantwortung für die Ereignisse nicht aufgearbeitet, geschweige denn sich für ihre Versäumnisse bei den betroffenen Babelsberg-Fans entschuldigt.

Wir gehen davon aus, dass diese drei beteiligten Parteien – die Polizei, der FLB und der FSV 63 Luckenwalde – niemals ihre Verantwortung für die sogenannte “Schande von Luckenwalde” übernehmen werden. Auch Unterstützung für die Betroffenen wird es von diesen drei Parteien niemals geben. Und leider sehen wir auch für Konsequenzen oder zumindest ein Überdenken der Einsatzkonzepte schwarz.

Aufgrund der Verweigerung der drei anderen verantwortlichen Parteien neben dem SVB ist dieses Interview so wichtig. Es ist ein weiterer Schritt in der Aufarbeitung, die wir fortsetzen werden. Denn für uns und die Betroffenen sind die Ereignisse in Luckenwalde unvergesslich.

Das Interview kann hier nachgelesen werden.