Bericht zum Spiel in Bautzen, 16. August 2015

Am 16. August 2015 spielte der SV Babelsberg 03 auswärts beim FSV Budissa Bautzen im dritten Spiel der Regionalligasaison 2015 / 2016 im Stadion Müllerwiese. Das Spiel endete mit 0:0 aus Sicht von Nulldrei. Der Spieltag verlief aus Sicht der angereisten Fans ziemlich unbefriedigend, da bei besserer Chancenverwertung der Babelsberg-Spieler*innen ein Sieg gegen Budissa möglich gewesen wäre. Unabhängig davon verlief der Spieltag relativ ruhig, hatte aber auch seine erschreckenden Höhepunkte.

Die An- beziehungsweise Abreise der Nulldrei-Fans wurden nicht von Sicherheitskräften begleitet. Nur an den Bahnhöfen warteten uniformierte und Beamt*innen in Zivil, die sich zurückhaltend, freundlich und hilfsbereit verhielten. Insgesamt dürften mindestens 20 Polizist*innen inklusive 2 Berliner und 2 Potsdamer Zivilbeamt*innen im Einsatz gewesen sein. Sie verteilten sich auf ungefähr 15 Polizist*innen an den Bahnhöfen und mindestens eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der sächsischen Bereitschaftspolizei (SN BFE 1) in Bautzen. Diese empfing die Nulldrei-Fans und begleitete sie zum Stadion und zurück.

Der Ordnungsdienst war nicht besonders freundlich, verhielt sich aber auch nicht provozierend. Irritationen entstanden lediglich, da ein*e Ordner*in eine Gürteltasche der bei Neonazis beliebten Modemarke Thor Steinar trug. Weitere Probleme gab es bei den Kontrollen aber nicht. Die Versorgung der Fans im Stadion darf gelobt werden. Getränke und Wurst konnten zu einem fairen Preis erworben werden. Da es keine vegetarische beziehungsweise vegane Verpflegung gab, konnten kostenlos Brötchen mit Ketchup oder Senf erfragt werden. Die sanitären Einrichtungen haben ebenfalls das Prädikat „sehr gut“ verdient.

Bei der Rückreise kam es unabhängig vom Verhalten der Sicherheitskräfte zu mehreren Vorkommnissen, die wir nicht unerwähnt lassen möchten. So versuchte eine Gruppe von circa 15 Personen die abreisenden Nulldrei-Fans am Bahnhof zu erreichen, die aber durch die Polizei zur Personalienfeststellung in Gewahrsam genommen wurden und danach einzeln in Richtung Bautzener Innenstadt den Bahnhofsvorplatz verlassen sollten. Zu einem weiteren Vorfall kam es bei einem Zwischenhalt am Bahnhof Neuhausen in der Nähe von Cottbus. Ungefähr 20 bis 30 Personen, welche größtenteils durch rot-weiße Sturmhauben vermummt waren, attackierten den weiterfahrenden Zug mit den Nulldrei-Fans mit Steinen und Flaschen. Der hintere Teil des Zuges wurde bei diesem Angriff stark beschädigt. Personen kamen nicht zu schaden.